Phantoms erstmals richtig unter Druck
Braunschweig Die Braunschweiger Bundesliga-Basketballer geben sich betont gelassen vor dem wichtigen Spiel gegen Tübingen, versuchen, den Druck abzuwehren.
Im ersten Heimspiel seit einem Monat und nach vier Niederlagen in Folge, müssen Braunschweigs Basketballer gegen Verfolger Tübingen unbedingt gewinnen. Eine richtungsweisende Partie. Denn es ist die Phase der Saison erreicht, in der sich Niederlagen kaum noch ausbügeln lassen.
Acht Siege aus zwölf Spielen brauchen die Phantoms für die Play-off-Teilnahme. Und weil noch eine Reihe schwerer Auswärtspartien bei den Spitzenteams ansteht, ist ein Erfolg gegen die Schwaben in dieser Rechnung fest eingeplant. Nachdem das Auswärtsglück der Hinrunde den Braunschweigern im neuen Jahr abhanden gekommen ist, sie andererseits in der VW-Halle überzeugt und immer mehr Fans angelockt haben, setzen sie nun besonders auf die Heimspiele.
„Wir sollten jetzt keine Szenarien entwickeln, was ist, wenn wir verlieren“, sagt Kapitän Nils Mittmann. „Wir haben eine gute Mannschaft, zweimal auswärts sehr unglücklich nach Verlängerung verloren und müssen uns jetzt auf unsere Stärken besinnen und einfach gewinnen.“
Das dürfte allerdings nicht leicht werden. Denn die Gäste reisen mit breiter Brust an. Wie Berlin sind sie mit vier Siegen in Folge aktuell die erfolgreichste Mannschaft der Liga hinter Meister Bamberg. Trainer Igor Perovic hat seinen Vertrag verlängert, es herrscht eitel Sonnenschein. Mit einem Erfolg in Braunschweig wären die Tigers vorbeigezogen und auf Play-off-Kurs.
„Die haben uns richtig alt aussehen lassen im Hinspiel“, gesteht Co-Trainer Philipp Köchling in Erinnerung an die 31-Punkte-Packung in Tübingen. Die ungewöhnliche Verteidigung des Gegners habe die Mannschaft völlig aus dem Rhythmus gebracht. Charakter zeigen und klüger spielen, heißt deshalb die Devise.
Für Trainer Sebastian Machowski kommt der Erfolg über die Einbindung von LaMarr Greer, Rich Melzer und Igor Milosevic. Greer und Melzer, die Topwerfer des Teams, waren nach starkem Comeback in Berlin drei Tage später in Würzburg nach ihren langen Verletzungspausen stehend K.o. Beide haben diese Woche aber Extra-Trainingseinheiten eingelegt, um richtig fit zu werden und ihre Treffsicherheit wiederzufinden.
Milosevics Integration hingegen zieht sich. Vergangene Woche war es eine Wadenzerrung, diesmal setzte ein Pferdekuss den neuen Spielmacher bis Donnerstag außer Gefecht. Ihm fehlen noch Fitness und Spielpraxis. „Aber die Mannschaft weiß, was auf dem Spiel steht“, sagt Machowski. „Und ich denke, sie zeigt es gegen Tübingen.“
•Phantoms Braunschweig – Tigers Tübingen, Sonntag, 17 Uhr, VW-Halle
