Pflichtsieg beim Nachbarn – aber mit Nervenflattern
Braunschweigs Bundesliga-Baketballer haben sich am Montagabend mit 76:66 beim Tabellenschlusslicht BG Göttingen durchgesetzt.
Nein, so einen richtig entspannten Sieg wie zum Saisonauftakt gegen Hagen gibt es derzeit nicht zu sehen bei Braunschweigs Basketballern. Erst 16 Sekunden vor Schluss traute sich die große Schar der mitgereisten Fans gestern Abend wieder ihre Sprechchöre vom "Auswärtssieg, Auswärtssieg" anzustimmen, die sie vor der Partie schon übermütig dargeboten hatten.
Auch beim Tabellenletzten BG Göttingen machten sich die Phantoms das Leben selbst nochmal schwer, nachdem sie angesichts eines Zwölf-Punktevorsprungs (57:45, 29.) im dritten Viertel schon klar auf Siegkurs schienen.
Doch ein fast sechsminütiger Blackout im Schlussabschnitt mit Pleiten, Pech und Pannen im Angriff brachte die individuell deutlich unterlegenen, aber heißblütig kämpfenden Göttinger nochmal ins Spiel.
So war Trainer Sebastian Machowski beim 76:66 (3:35) zwar mit dem sechsten Auswärtssieg der Saison zufrieden, der den Phantoms auch die Pokalchance erhält, nicht aber mit seiner Entstehung. "Wir müssen uns einfach schlauer anstellen", rügte er, lobte seine Schützlinge allerdings für ihre kämpferisch wirklich starke Leistung.
Nachdem LaMarr Greer sein Team zu Beginn des vierten Viertels 63:50 (31.) nach vorne geschossen hatte, ging plötzlich nichts mehr im Phantoms-Angriff. Vom überlegten und ballsicheren Spiel der ersten drei Viertel war nichts mehr zu sehen. Einen Ballverlust nach dem anderen leistete sich das Team, ließ sich vom Göttinger Chaos-Basketball anstecken und reihte Fehler an Fehler, wobei so alle Spieler auf dem Feld beteiligt waren. Die tragenden Kräfte Kyle Visser und Branko Jorovic saßen allerdings mit je vier Fouls auf der Bank.
Zum Glück stand die Verteidigung der Braunschweiger weiterhin so bombensicher wie schon seit Spielbeginn und in den vergangenen Partien. Hier ist mittlerweile Konstanz eingezogen. Sonst wären die Göttinger vielleicht sogar in Führung gegangen. So aber ließ sich der Schaden auf den 63:59-Zwischenstand eingrenzen. Als dann Rich Melzer mit seinem Treffer zum 65:59 (36.) den Bann brach, war wie von Zauberhand alles wieder in Ordnung in der Phantoms-Offensive.
Nun flutschte es wie im Training. Immanuel McElroy zog mit einem seiner berühmten Schlussphasen-Ballgewinne davon, Kyle Visser demonstrierte mit zwei Treffern seine Überlegenheit an diesem Tag, und Greer durfte von der Dreierlinie demonstrieren, dass er freigespielt viel besser trifft als mit den erzwungenen Schüssen, mit denen er in der Durchhängerphase einmal mehr gescheitert war.
"Göttingen ist auch ein Erstligateam, die können ihre Gegner auch stoppen", erklärte Visser, warum es zwischendurch so eng geworden war. Eine Entschuldigung sollte das aber nicht sein. "Als wir zwölf Punkte vorne waren, hätten wir den Sack zumachen müssen", betonte der Center. "Wir müssen uns steigern und einfach schlauer spielen, damit unsere Fans nicht immer Herzattacken kriegen."
