Oliver Westphal neuer Tennistrainer beim BTHC
Nach 20 Jahren als Tennis-Bezirkstrainer löst der ehemalige Bundesligaspieler den bisherigen Coach Dejan Cvijic ab
So plötzlich wie Dejan Cvijic ging, ist der BTHC an einen neuen Cheftrainer gekommen. In Oliver Westphal wurde wegen Strukturreformen des Tennisverbandes einer der renommiertesten Trainer Niedersachsens frei. Und dieser zögerte nicht, als das Angebot kam. "Es gibt landesweit nur drei Vereine von diesem Kaliber", sagt Westphal. Und zu diesen zähle sein neuer Arbeitgeber. Westphal kennt viele Spieler und Trainer im hiesigen Umfeld. "Das hat mir die Entscheidung erst recht leicht gemacht."
Der niedersächsische Tennisverband hat die Bezirke aufgelöst, so dass alle Bezirkstrainer zur Wintersaison auf dem Markt waren. "Nur deswegen war die Verpflichtung von Oliver Westphal möglich. Sie ist ein dickes Ausrufezeichen – vereinsintern und auch als Signal nach außen", freut sich Sportwart Christian Kurze über den Coup. Und Kurze erklärt auch den Abgang Cvijics. "Er wollte sich auf eigenen Wunsch beruflich verändern."
Für Westphal ist dieses Kapitel ohnehin kein Thema. Er freut sich auf seine neue Aufgabe – vielmehr noch, er glüht. Man merkt das, wenn man mit ihm spricht. Er lebt Tennis, nicht nur, um davon zu leben, und er kann sich begeistern. Engagement und Begeisterung nennt er daher auch als seine Stärken, die er in seinem neuen Tätigkeitsbereich für die Leistungssportler und Breitensportler gleichermaßen einbringen möchte. "Es zählt die Zufriedenheit aller Mitglieder. Ich stehe voll dahinter", sagt Westphal. Ob er diesen Spagat schafft, kann er nicht versprechen. Als Bezirkstrainer hatte er schließlich andere Aufgaben als in einem Verein. Die Auflösung der Bezirke nimmt er gelassen. "Es war sowieso Zeit, etwas Neues zu wagen. Ich habe beim BTHC ein gutes Gefühl, dass es eine langfristige Zusammenarbeit wird", ergänzt er. Er wird sich jetzt auf Wohnungssuche begeben. Momentan nimmt er die langen Fahrten aus seiner Heimat auf sich.
Westphal wurde nicht nur vom großen Trainerteam harmonisch aufgenommen. Jens Eichhorn, ein Weggefährte aus alten Zeiten, verpflichtete ihn sofort für die Männer 40, die in der Nordliga spielen. Westphal blieb in fünf Einsätzen unbesiegt. Als ehemaliger Bundesliga-Spieler will er sich dafür aber nicht feiern lassen. "Wir sollten das besser gar nicht erst schreiben."
Vielmehr will er Spieler entwickeln, mit gutem Training überzeugen. Der Nachwuchs liegt ihm besonders am Herzen. Schließlich legte er bei der späteren Weltklasse-Spielerin Anna-Lena Grönefeld in jungen Jahren die Grundlagen. "So ein Talent hat man nur alle paar Jahre", schwärmt er noch heute von dieser Zeit. Die heute 26-jährige war 2006 die Nummer 14 der Welt.
Bei den BTHC-Frauen tummeln sich Talente wie Jana Nabel, die es ebenfalls in die Weltspitze schaffen können. Trotz vieler Turniere wird das Team in den Punktspielen komplett auflaufen. "Das macht es in Sachen Teamgeist leichter. Zumal wir freitags gemeinsam trainieren."
