Offensiver Totalausfall
Würzburg Mit einer unterirdischen Angriffsleistung verloren Braunschweigs Basketballer in Würzburg zwei Punkte und den direkten Vergleich.
„Uns ist nicht bange, gegen eine aggressive Mannschaft anzugreifen“, hatte Phantoms-Trainer Sebastian Machowski vor dem Gastspiel beim Play-off-Rivalen Würzburg gesagt. Doch das war ein Irrtum. Unter 40 Minuten Dauerdruck des Gegners bekam sein Team am Samstag im vierten Auswärtsspiel in Folge nicht viel umgesetzt vom dem, was es sich vorgenommen hatte.
Und weil zudem selbst die gut herausgespielten Würfe nicht durch den Ring fielen und auch noch zehn Freiwürfe verschenkt wurden, erlebten die Braunschweiger mit ihrer Trefferquote von nur 33 Prozent ein Debakel.
Zu allem Überfluss verloren sie nach dem 15-Punkte-Hinspielsieg durch die 54:72 (28:32)-Niederlage auch noch den direkten Vergleich mit dem Tabellenfünften. Es war völlig unerklärlich, warum die Mannschaft, die zumindest defensiv nicht schlecht gespielt hatte, in den sechs Schlussminuten nach dem 46:52-Zwischenstand so auseinanderfiel.
Dumme Fouls und Ballverluste häuften sich, so dass die nun heißlaufenden Würzburger im Schlussspurt noch 20:8 Punkte erzielen durften. „Das darf natürlich nicht passieren, dass wir das Spiel komplett aufgeben“, schimpfte Machowski. Er hatte seinen Spielern die magische 15-Punkte-Marke aber offensichtlich auch nicht intensiv genug in die Hinterköpfe gebracht.
In Würzburg waren die Braunschweiger die schwächere Mannschaft und führten kein einziges Mal. Angesichts der Tatsache, dass das favorisierte schöne Kombinationsspiel gegen die beste Verteidigung der Liga nicht funktionierte, schafften sie es nicht, den Hebel umzulegen. Es einfach mal mit Kampfgeist, Dynamik, Entschlossenheit und der Brechstange zu probieren wie der Gegner, wäre eine Möglichkeit gewesen. Doch diesen Weg wählten leider nur wenige Spieler. Kapitän Nils Mittmann zum Beispiel, der an alter Wirkungsstätte mit großem Beifall empfangen worden war, und Youngster Daniel Theis.
Im Pokal-Halfinale gegen Bonn
Ohne Theis wären schon im dritten Viertel die Lichter ausgegangen. Aber nachdem die Phantoms mehr als sechs Minuten keinen Punkt erzielt hatten und erstmals mit mehr als zehn Zählern in Rückstand geraten waren (28:41, 26.), kam der große Auftritt des U-20-Nationalspielers. Mit sechs Punkten in Folge führte er sein Team wieder heran, hatte am Ende des Viertels 9 der 11 Braunschweiger Punkte erzielt sowie drei Offensivrebounds geholt und die Phantoms beim 39:42 wieder auf Tuchfühlung gebracht. Das Schlussdebakel musste er aber ab der 33. Minute von der Bank verfolgen, durfte auch nicht aufs Feld zurück, als Kyle Visser wegen des fünften Fouls ausgeschieden war (37.).
Die große Enttäuschung der Partie waren die Routiniers. LaMarr Greer (0 Treffer/7 Würfe), Rich Melzer (1/8) ,Branko Jorovic (3/10) und Michael Umeh (1/4) gelang so gut wie nichts.
Nun müssen sich die Braunschweiger im Play-off-Kampf erstmal wieder hinten anstellen. Immerhin: Niemand schob die Niederlage auf die hohe Belastung von drei Verlängerungs-Spielen und vier Auswärtsfahrten in Folge. „Das darf keine Entschuldigung sein“, meinte Mittmann. „Ich glaube nicht, dass das eine Rolle gespielt hat“, gestand Center Kyle Visser, der seine Aufgabe noch mit am besten erfüllte. „Wir haben es einfach nicht geschafft, heute mit der gleichen Energie wie die Würzburger zu spielen.“
Ein kleines Trostpflaster gab es am Abend. Bei der Auslosung des Pokal-Halbfinales gingen die Phantoms Favorit Bamberg aus dem Weg. Sie erwischten die Bonner als Gegner, die am 24./25. März zwar Gastgeber sind, die sie aber im Punktspiel geschlagen hatten.
Phantoms: Visser 10 Punkte, Theis 9, McElroy 8, Jorovic 7, Mittmann 6, Milosevic 6, Kulawick 3, Melzer 3, Umeh 2, Gree.r, Schröder.
Schaffen es die Phantoms trotz der vier Niederlagen in Folge in die Play-Offs?
