Nana will Phantoms zum Sieg führen
Braunschweig Druck? „Ja, den haben wir“, sagt Harding Nana ernst im Blick auf die drei Niederlagen in Folge. „Und den können wir uns nur nehmen, indem wir Samstag gegen Tübingen gewinnen.“
Der 31 Jahre alte kamerunische Nationalspieler ist zweitbester Punktesammler der Braunschweiger Basketballer, bester Rebounder und der Phantoms-Profi, der am härtesten ackern muss.
Denn Nana ist nur zwei Meter groß, trifft schon auf seiner angestammten Position vier häufig auf größere Gegenspieler und muss sich unter der Regie von Kostas Flevarakis oft auch auf der Position fünf ins Gerangel der Centerriesen werfen. „Der Trainer sieht Aspekte in deinem Spiel, die du nicht siehst“, sagt er lachend. „Manchmal will er ein schnelleres Team auf dem Feld haben, dann spiele ich unter dem Korb.“ Dort sei er zwar nicht der Stärkste. „Aber ich fighte und kann es dem Gegner sehr schwer machen, an den Ball zu kommen.“
Mit Kostas Flevarakis empfindet der Kameruner, der als 16-Jähriger seine Heimat in Richtung einer US-Highschool verließ, eine Art Seelenverwandtschaft. „Der Coach weiß, dass ich immer hart arbeite, auch wenn ich mal schlecht spiele – und so ein harter Arbeiter ist er auch.“
Nana macht keinen Hehl daraus, dass er vor allem wegen Flevarakis nach Braunschweig gekommen ist. „Unser Trainer ist sehr emotional und leidenschaftlich wie ich auch. Er will überall und immer mit den Spielern trainieren, am liebsten schon in der Umkleidekabine“, sprudeln die Lobeshymnen nur so aus dem Mund des Routiniers, der bereits in Polen und Griechenland mit Flevarakis gearbeitet hat. „Er ist einer der besten Trainer in Europa, und du weißt als Spieler: Bei ihm wirst du besser.“
Ein weiterer Anreiz, das Phantoms-Trikot zu tragen, sei es gewesen, die Herausforderung einer neuen, starken Liga anzunehmen, sich zu beweisen, sich auf einem neuen Markt zu präsentieren. „In der BBL wird viel schneller gespielt, als ich es kannte“, urteilt Nana.
Bereut hat er den Wechsel nicht, auch wenn die Phantoms derzeit im Tabellenkeller stehen. Die Teamchemie sei gut, auch wenn die sechs Niederlagen natürlich manchen frustriert hätten und nicht immer eitel Sonnenschein herrsche. „Aber wenn wir jetzt wieder auf Erfolgskurs kommen, ist alles bestens“, blickt er voraus und lässt keinen Zweifel daran, dass er daran glaubt.
Das Hauptproblem der Mannschaft sei, dass sie sich nicht über 40 Minuten konzentrieren und ein hohes Niveau durchhalten könne. „Das hat man ja im Heimspiel gegen den MBC gesehen“, erinnert er. „Da haben wir lange wie ein Play-off-Team gespielt, aber dann plötzlich wie ein Absteiger, der dem Gegner Geschenke macht.“ Den Satz von Flevarakis, die Phantoms hätten es am Samstag mit zwei Gegnern zu tun, nämlich mit Tübingen und mit sich selbst, könne er deshalb gut verstehen, sagt Nana.
Um mehr Konstanz ins Spiel zu bringen, nimmt er sich in die Pflicht, aber auch die Kollegen McElroy, Davis und Mittmann. „Wir Routiniers kennen solche Situationen doch“, konstatiert Nana und fordert: „Wir müssen die unerfahrenen Jungs immer wieder daran erinnern und dazu bringen, den Fokus zu behalten – das kann ja nicht der Trainer ständig von außen reinrufen.“
Das Team könne von niemandem Hilfe bekommen. „Wir müssen uns schon selbst helfen“, betont Nana und fordert: „Die Zeit des Redens ist vorbei! Gegen Tübingen müssen wir etwas zeigen – und das werden wir tun.“
Phantoms Braunschweig – Tigers Tübingen, Samstag, 19.30 Uhr, VW-Halle

