Mittmann will wenigstens von der Bank aus eingreifen
Braunschweig Der verletzte Phantoms-Kapitän fällt wohl gegen Gießen nochmals aus, hofft aber noch auf eine Wunderheilung.
Was ist spannender, als ein Basketballspiel auf dem Spielfeld oder von der Bank aus mitzuerleben? Der verletzte Phantoms-Kapitän Nils Mittmann weiß es, seit er am vergangenen Sonntag das Gastspiel seines Teams in München aus der Ferne mitverfolgen musste. Auf seinem Computer, einem Notebook und einem Smartphone hatte er den Livescore und alle verfügbaren Statistiken der Partie parallel aufgerufen.
„Ich war total aufgeregt, viel mehr als wenn ich dabei gewesen wäre“, stöhnt der Routinier. „Vor allem, als es dann nochmal ganz eng wurde am Ende.“ Ein Spiel anhand von Informationen wie „Ballverlust“, „Dreipunktewurf getroffen“ oder „Korbleger vergeben“ zu rekonstruieren, wie es viele Fans bei Auswärtsspielen tun, sei mal ein ganz anderer aber keineswegs befriedigender Blickwinkel gewesen, erzählt Mittmann. Und dann fand er zu Hause in seinem Siegesjubel keine Mitstreiter – das soll ihm nicht nochmal passieren.
Wenn es am Sonnabend gegen Gießen geht, kann der Kapitän das Geschehen zumindest wieder von der Bank aus miterleben. Spielen wird er aber wohl noch nicht nach seiner Nervenzerrung in der Leiste aus dem Tübingen-Spiel. Unglaublich schmerzhaft sei das gewesen, berichtet Mittmann. „Ein Messerstich im Adduktorenbereich bei jeder Bewegung.“ Drei Tage ging er an Krücken. Mittlerweile kann er wieder joggen und werfen. „Alles Explosive geht aber noch nicht“, erzählt er.
Im Blick auf die heutige Partie könnte nur eine Wunderheilung helfen. Mittmann hat von einem Wolfsburger Fußballprofi gehört mit einer ähnlichen Nervenverletzung. „Der ist eines Morgens aufgewacht, und der Schmerz war komplett weg.“ Glückt ihm das nicht, will er wenigstens von der Bank aus eingreifen und sein Team gegen den Tabellenletzten unterstützen. „Die Erleichterung nach dem Sieg in München war im Training zu spüren“, erzählt er. „Aber jedem ist bewusst, dass er nichts wert war, wenn wir dann zu Hause wieder gegen Teams von unten verlieren.“
Doch seine Kollegen wirken entschlossen. „So etwas wie gegen den MBC und Tübingen passiert uns nicht nochmal“, betont Spielmacher Dennis Schröder. „Wir werden bereit sein“, sagt Center Eric Boateng. Und auch Trainer Kostas Flevarakis verbreitet Optimismus. Sein Team habe mit der starken Leistung in München bewiesen, dass es sich nun von Ballbesitz zu Ballbesitz konzentrieren könne. „Die haben einen sehr starken Spielmacher Harris und gute Schützen, ich erwarte Gießen stärker als zuletzt den MBC und Tübingen“, urteilt Flevarakis. „Aber auch wir werden viel besser sein als zuletzt.“

