Mittmann: „Das ist uns gegenüber respektlos“
Braunschweig Der Kapitän der Phantoms-Basketballer kritisiert, dass kein Braunschweiger fürs Allstar-Spiel nominiert wurde
Auch wenn sie sich gerade über ein paar freie Tage freuen – die Nicht-Berücksichtigung beim Allstar-Tag der Bundesliga wurmt Braunschweigs Basketballer doch mächtig. Kapitän Nils Mittmann nimmt da kein Blatt vor den Mund: „Ich finde es eine Frechheit, dass eine Mannschaft, die seit zwei Jahren regelmäßig die Play-offs erreicht, im Pokalfinale stand und wieder auf Platz fünf liegt, dort nicht vertreten ist.“
Nachvollziehbar ist noch die Wahl der Startformationen der Allstars, denn die haben die Fans bestimmt. Und da, das ist den Phantoms klar, fehlt ihnen einfach die Basis, da können andere Klubs mehr Stimmen mobilisieren.
Sieben Spieler pro Team wurden allerdings von den Allstar-Trainern nominiert. Und da war es bislang die Regel, dass alle Vereine beteiligt werden, schließlich soll der Allstar-Tag ein Event sein, bei dem sich die gesamte Liga feiert und feiern lässt. Diesmal aber wurde darauf keine Rücksicht genommen.
„Ich finde das respektlos dem Braunschweiger Basketball gegenüber, das stört mich schon sehr“, wettert Mittmann. „Wir haben genug Spieler, die gut genug wären, um da aufzulaufen. Es ist schon komisch, dass man darüber hinweggeht bei der Aufstellung.“
Wie sauer der Phantoms-Kapitän ist, zeigt, dass er auch den Vergleich nicht scheut: Es sei ihm unerklärlich, dass kein Braunschweiger unter den besten der Liga sein solle, aber beispielsweise inklusive Trainer Henrik Rödl vier Mann des Tabellenvorletzten Trier. Mittmann wird seine Kritik am Samstag in Ludwigsburg persönlich vortragen. Denn der Braunschweiger ist wie seine Kollegen zum „Captains Meeting“ eingeladen, bei dem die Mannschaftskapitäne ihre Anliegen loswerden können. Er fordert, dass die Liga den Trainern Vorgaben für deren Auswahl machen müsse.
Rückendeckung erhält Mittmann von Finanz-Geschäftsführer Norbert Rüscher, der die Phantoms bei der Liga-Tagung in Ludwigsburg repräsentiert und ebenfalls das Thema Allstar-Auslese ansprechen will. Es könne nicht sein, dass kein Braunschweiger Spieler nominiert sei, zumal man ja in Immanuel McElroy mindestens einen Kandidaten im Team habe, der sich allemal und seit Jahren empfehle.
Aber Kritik drängt sich nicht nur durch die Braunschweiger Brille gesehen auf: In Würzburg, Frankfurt, Hagen, Tübingen, Gießen und Göttingen sind am Samstag noch sechs andere Klubs außen vor. „Das kann nicht sein, dass bei einem Allstar-Tag ein Drittel der Liga nicht vertreten ist“, rügt Rüscher. „Es ist also ein Thema der gesamten BBL.“
Mit im Blickpunkt sind die Phantoms am Samstag indirekt aber doch: Zum einen in der Lostrommel für die erste Pokalrunde, für die sie sich ein Heimspiel wünschen – und nicht gerade gegen Bamberg. Ex-Nationalspieler Pascal Roller wird in Ludwigsburg die Glücksfee spielen.
Zum anderen hofft Dennis Schröder im vorgeschalteten Allstarspiel der U-19-Bundesliga auflaufen zu können. Ob der Spielmacher nach seinem Bänderanriss aber tatsächlich schon wieder einsatzfähig ist, wird sich erst kurzfristig entscheiden.

