Melzer und Milosevic hängen wieder in der Warteschleife
Braunschweig Der Topwerfer der Phantoms-Korbjäger ist krank. Die Spielberechtigung für den Serben zum Bremerhaven-Spiel zu erhalten, ist ein Wettlauf mit der Zeit.
Für die Heilung seines Fingers, aber auch für die Familie war es sicherlich ganz gut, dass Rich Melzer noch nicht so schnell wieder den Ball in die Hand bekam, wie er es ersehnt hatte. So blieb dem Topwerfer der Braunschweiger Basketballer zehn Tage lang mehr Zeit, sich um den jüngsten Spross seiner Familie zu kümmern. Am 22. Januar hatte seine Frau Cristina Söhnchen Mason zu Welt gebracht.
Mittlerweile kann Papa Rich nachts wieder ein Auge zu tun und wollte am Donnerstag im Training endlich durchstarten. Exakt vier Wochen nach der Operation und Verschraubung seines Fingerbruchs hatte der 32-Jährige von Teamarzt Dr. Gunter Wilhelm grünes Licht für die Ballarbeit bekommen.
Aber dann schickten ihn die Phantoms-Kollegen gleich wieder nach Hause: Er schniefte erkältet – Ansteckungsgefahr. Nun will Melzer am Freitag versuchen, ins Mannschaftstraining zurückzukehren. Doch sein Ziel, in Bremerhaven beim Play-off-Schlüsselspiel schon mitzumischen, hat er inzwischen korrigiert. – Wohl auch auf Druck der Phantoms-Verantwortlichen, die ihren Kämpfer vor seinem Ehrgeiz schützen wollen. „Ich will definitiv Sonntag das Trikot tragen – aber für einen richtigen Einsatz ist es wahrscheinlich noch zu früh“, räumt Melzer zerknirscht ein.
Selbst wenn er sich körperlich nach vielen Athletikeinheiten relativ fit fühle und dem Team in dieser immens wichtigen Partie unbedingt helfen wolle, habe er eingesehen, dass er bis zum Comeback wohl eine volle Woche Training benötige, sagt er. Auch sein Spiralbruch am Finger könne dann noch besser heilen. „Mein Ziele sind jetzt die Spiele in Frankfurt und Berlin.“
Spielmacher sitzt in Belgrad fest
Melzer soll noch nicht, die verletzten LaMarr Greer (vorsichtiges Aufbautraining) und Stephen Dennis (noch an Krücken) können noch nicht. So hoffen die Phantoms inständig, dass wenigstens der neue Spielmacher Igor Milosevic als Verstärkung der aktuellen Rumpftruppe rechtzeitig eintrifft. Immerhin steht beim Verfolger Bremerhaven ihre gute Ausgangsposition für einen Play-off-Platz zur Disposition. „Das ist ein Vier-Punkte-Spiel“, verdeutlicht Trainer Sebastian Machowski.
Doch sein serbischer Regisseur hängt wie Melzer in der Warteschleife. Gestern teilte der 25-Jährige aus Belgrad mit, er müsse auf sein Visum von der deutschen Botschaft noch mindestens einen Tag warten. „Wenn wir Pech haben, kommt er erst Montag“, fürchtet Sportdirektor Oliver Braun.
Aber die Phantoms hoffen und haben alles dafür getan, dass Milosevic seine Papiere heute erhält und auch die Weiterverarbeitung bei der Ausländerbehörde in Braunschweig und der Liga noch vor dem Bremerhaven-Spiel klappt.
Es wird ein Wettlauf mit der Zeit: Um 9 Uhr hat der Spieler einen Termin bei der Botschaft und soll, wenn alles klappt, nachmittags in den Flieger steigen. „Dann gucken wir, wie schnell es mit dem Medizincheck geht“, sagt Machowski, plant aber vorsichtshalber erst mal ohne den neuen Regisseur: „Ich gehe davon aus, dass wir mit derselben Mannschaft wie gegen Bamberg auflaufen.“
