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Phantoms

Mehr Angriffswirbel als die Anzeigetafel erlaubt

Phantoms-Basketballer überrennen Ulm mit 100:74 und versöhnen ihre Fans

Ute Berndt

BRAUNSCHWEIG. Der siebte Heimsieg der Saison war der Schönste. Die Braunschweiger Korbjäger kämpften sich mit spektakulärem Angriffswirbel aus der Krise, feierten den höchsten Sieg seit 1999 und den ersten Hunderter seit 2002.

Was hatte es für böses Blut gegeben im Vorfeld. Frustrierte Anhänger schimpften auf Trainer und Team, rollten gar ein Transparent mit bösen Kommentaren aus, Sponsoren drohten trotzig, die finanzielle Unterstützung einzustellen. Und dann dieser Auftritt: Mit einem spektakulären Offensivfeuerwerk und dem höchsten Sieg seit zehn Jahren knallten die Braunschweiger Basketballer in 40 Minuten gegen Ulm Krise und Kritik einfach weg.

Nach dem begeisternden 100:74 (48:42), das die Anzeigetafel an die Kapazitätsgrenze brachte, wo nur ein 10:74 Platz fand, tanzten die US-Profis erstmals im Kabinengang eine "Humba" mit den Fans, und im Vip-Raum wurden sie mit tosendem Beifall empfangen.

Siegeswille, Körpersprache, Konzentration – am Samstag stimmte die Einstellung bei den Phantoms bis in die Haarspitzen und damit die Verteidigungsintensität. Den taktischen Plan von Trainer Emir Mutapcic, Ulms starke lange Garde mit Jeff Gibbs, Sean Finn und Romeo Travis nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, setzten Andrew Drevo, Kyle Visser und Jason Cain mit Hilfe der kleineren Mitspieler perfekt um.

Zwar kamen die Schwaben dadurch ein paar Mal zu oft frei von der Dreierlinie zu Wurf, aber ihre Stärken konnten sie nicht entfalten. Dafür drehten die Braunschweiger vorne groß auf. Ein spektakulärer Dunking nach dem anderen krachte in den Ulmer Korb, weil das Team viel besser kombinierte als zuletzt. Der Lohn: Eine sechsfach zweistellige Punkteausbeute und 27 Vorlagen. "Das gibt es sonst nur beim Allstar-Spiel", freute sich Trainer Emir Mutapcic.

Nach einer frühen 13-Punkte-Führung mussten die Phantoms Ulm zum 41:41 (18.) aufschließen lassen. Doch mit einem 14:0-Lauf aus der Halbzeitpause zum 62:42 (25.) machten sie den Sieg schnell klar. Im Schlussviertel versuchte das Team, nach der 56:85-Hinspielniederlage auch noch den direkten Vergleich zu gewinnen. Mutapcic ließ seine besten Profis durchspielen, die sich auch auf 30 Punkte absetzten. Doch per Treffer zur Schlusssirene entschied Ulms Sebastian Betz das Duell zugunsten des Gegners, was für ein kurioses Ende sorgte: Verlierertrainer Mike Taylor ballte zur 26-Punkte-Schlappe die Siegerfaust.

Dennoch: Es war ein überzeugender, triumphaler Erfolg für die Braunschweiger, der eigentlich nur eine Frage offen ließ: Warum nicht immer so?

"Es ist etwas frustrierend zu wissen, dass wir so spielen können, wenn wir alles geben", gestand Kapitän Andrew Drevo, der mit zwölf Punkten in den ersten sechs Minuten sein Team mitgerissen hatte. Er hofft nun auf einen Lerneffekt: "Wir werden die hohe Trefferquote nicht immer erreichen und die restlichen 15 Spiele nicht alle gewinnen – aber wir müssen immer so kämpfen, dass es gelingen könnte."

"Das war ein Signal heute, nicht nur ein Sieg", hofft auch Nils Mittmann auf Läuterung, während Kyle Visser es gegenteilig ausdrückt: "Das war auch nur ein Sieg heute. Wir können nicht zufrieden sein, solange wir nicht immer so auftreten."

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Veröffentlicht: 01.02.2009 - 22:00 Uhr
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