McElroy sichert in letzter Sekunde verdienten Sieg
Herzschlagfinale in Oldenburg – Phantoms feiern mit 90:88 ersten Auswärts-Erfolg
Noch Minuten nach dem Spiel lehnten Trainer Sebastian Machowski, sein Assistent Philipp Köchling und Sportdirektor Oliver Braun völlig erschlagen an der Wand im Oldenburger Kabinengang. "Herzkasper", stöhnte Braun. Und als Machowski eine Viertelstunde später von der Pressekonferenz kam, wischte er sich immer noch den Schweiß ab.
Dieses hochintensive, hochspannende Basketballspiel hatte alle fertig gemacht. Auch die Oldenburger, auch die Fans. "Wir hätten beinahe den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben", erregte sich Machowski nach dem ebenso verdienten wie am seidenen Faden hängenden 90:88-Triumph im Niedersachsenduell.
Mit seinem vierten Dreier bei vier Versuchen sicherte Immanuel McElroy den Phantoms 2,2 Sekunden vor Schluss den Sieg, nachdem der Gegner 26 Sekunden vor dem Ende durch einen Offensivrebound von Ronald Burrell erstmals seit der 16. Minute wieder in Führung (88:87) gegangen war. Die Braunschweiger hatten in der heißen Atmosphäre ihr schönes Polster einer Neunpunkteführung (78:87, 37.) mit einer bitteren Fehlerkette noch verspielt.
McElroys kaltschnäuzigiger Siegtreffer nach einer schönen und mit Geduld gespielten Ballstaffette war dann aber doch noch der verdiente Lohn für die starke, geschlossene Leistung der Braunschweiger. Sie bewiesen, dass auch sie ihren Beitrag zur bisherigen Saison der Antworten auf bittere Niederlagen leisten wollten und zeigten deutlich mehr Biss als gegen Berlin.
"Vom Sprungball an haben wir mit hoher Aggressivität und dem richtigen Selbstvertrauen gespielt", lobte McElroy. Auch sein entscheidender Treffer sei ein Resultat einer guten Team-Anstrengung gewesen.
Bevor McElroy mit elf Punkten in den fünf Schlussminuten die Heldenrolle übernahm, hatte sie Robert Kulawick inne. Mit drei Dreiern in den ersten vier Minuten hatte er sein Team auf Siegkurs geworfen. "Wir hatten nach dem Alba-Spiel etwas gutzumachen und haben heute die richtige Antwort gegeben", meinte der Ex-Göttinger, dem vor allem das körperbetontere Spiel gefallen hatte.
Bis auf eine kurze Schwächephase im zweiten Viertel, als Oldenburg mit vier Punkten in Führung ging, hatten die Phantoms die Partie im Griff und waren die bessere Mannschaft. Die Verteidigung kontrollierte Baskets-Star Bobby Brown recht gut, vorne fielen die Dreier wie im Training, insgesamt starke 15 bei 26 Würfen.
Auch Branko Jorovic war in seinem ersten Punktspiel nach der Verletzungspause sofort in der Partie. Die Phantoms ließen ihren Spielfluss auch von der sehr aggressiven Verteidigung des Gegners nicht stoppen. Wer von der Bank kam mischte sofort mit, brachte neue Energie, übernahm Verantwortung. Und hätten sie nicht jeden zweiten Freiwurf verschenkt, hätten sie auch klar und ohne Herzklopfen gewinnen können.
So aber hatten die Trainer auch viel auszusetzen. "Wenn wir so weitermachen, werden wir keinen erfolgreichen Basketball spielen können", prophezeite Köchling im Blick auf 18 Offensivrebounds des Gegners. "Das geht nur, wenn wir kontinuierlich gut verteidigen." Machowski schimpfte ebenfalls, fand aber noch Zeit für Genugtuung: "Es war sehr wichtig, dass uns der erste Auswärtssieg gelungen ist und dass wir erstmals seit fünf Wochen wieder komplett spielen konnten."
Braunschweig: Kulawick 19 (55%, 5/10 Dreier), McElroy 18 (88%, 4/4 Dreier, 5 Rebounds, 4 Vorlagen), Melzer 14 (55%, 7 Rebounds), Williams 9 (80%), Jorovic 8 (40%, 2/3 Dreier), Greer 8 (38%, 3 Vorlagen), Visser 4 (25%, 4 Rebounds), Mittmann 3, Dennis 3 (6 Fouls gezogen, 3/6 Freiwürfe, 4 Vorlagen), Schneiders 2 (5 Rebounds), Schröder 2, Theis.
Oldenburg: Burrell 24, Brown 19, Smeulders 17, Chubb 8, Paulding 7, Hasbrouck 6, Sehovic 5, Majstorovic 2, Bahiense De Mello.


