Machowski im Interview: Ich will Oldenburg noch schlagen
Braunschweig Nun ist es amtlich: Phantoms-Trainer Sebastian Machowski hat beim Ligarivalen der Braunschweiger Basketballer einen Zweijahresvertrag unterschrieben.
Über seine Beweggründe für den Wechsel in der Sommerpause, über seinen Thomas-Schaaf-Vergleich, den ungünstigen Zeitpunkt der Bekanntgabe seines Abschieds und seine Ambitionen für die Restsaison sprach der Ex-Nationalspieler mit Sportredakteurin Ute Berndt.
Herr Machowski, warum bleiben Sie nach zweieinhalb erfolgreichen Jahren nicht in Braunschweig?
Die sportlichen Perspektiven in Oldenburg sind sehr interessant. Die Aussicht, in den kommenden Jahren im europäischen Wettbewerb zu spielen, war ausschlaggebend neben der finanziellen Seite. Die Oldenburger haben einfach einen deutlich höheren Etat und entsprechende Ambitionen. Sie haben mit ihrer Baskets Akademie auch ein gutes Nachwuchsprogramm und bauen eine neue Arena für 6000 Zuschauer.
Der Oldenburger Europapokal-Teilnahme in der nächsten Saison könnten allerdings die Phantoms im Weg stehen, indem sie ihnen den Play-off-Platz wegschnappen. Wie gehen Sie mit dieser Konfliktsituation um?
Da mache ich mir keine großen Gedanken. Wer weiß, ob die Konstellation in einigen Wochen tatsächlich so ist und ob die europäischen Plätze überhaupt wieder nach dem Tabellenrang vergeben werden. Unser Ziel sind jedenfalls die Play-offs, und wir wollen vor Oldenburg bleiben.
Aber vielleicht nimmt ja Braunschweig das Teilnahmerecht am Europapokal wieder nicht wahr, dann würde sich Oldenburg sicherlich um eine Wildcard bewerben. Das Geld und die Ambitionen sind dort jedenfalls da. Und mein Ziel ist es, möglichst bald europäisch zu coachen.
Sie haben aber mehrfach gesagt, Sie könnten sich gut vorstellen, als der Thomas Schaaf Braunschweigs längerfristig hier zu bleiben...
Ja, das konnte ich auch. Und ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, weil ich gerne in Braunschweig bin, privat und sportlich. Basketball in Braunschweig ist ja gut aufgestellt, und die Zusammenarbeit im Verein hat mir bislang viel Spaß gemacht. Auch für die Zukunft sind die Weichen gut gestellt mit der Vertragsituation der Spieler. Und sich da nach der Saison abzuwenden, ist keine leichte Entscheidung gewesen, aber der nächste logische Schritt in meiner Karriere.
Karrieremachen passt nicht unbedingt zum Thomas-Schaaf-Bild.
Das Zitat habe ich gesagt und auch so gemeint. Aber es gehören immer zwei dazu, und die Voraussetzungen müssen stimmen. Tatsache ist, dass ich von vornherein mit offenen Karten gespielt habe. Als das Oldenburger Angebot kam, hat mein Berater am selben Tag Oliver Braun (Phantoms-Sportdirektor, Anmerk. d. Red) benachrichtigt. Das erste Gespräch mit den Phantoms über einen neuen Vertrag haben wir schon im Dezember geführt. Aber das Oldenburger Angebot war das erste, das unterschriftsreif vorlag.
Dass ihr Wechsel nun mitten in einer Englischen Woche und kurz vor dem Pokal-Turnier von den Phantoms kommuniziert wurde, muss Ihnen doch völlig gegen den Strich gehen, oder?
Natürlich. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung war total unglücklich. Aber das habe ich nicht zu verantworten. Ich hätte mit der Bekanntgabe bis zum Ende der Saison gewartet. Aber es ist anders entschieden worden. Und nun ist es halt so.
Im Berufsleben ist es doch nicht unnormal, dass jemand seinen Arbeitsplatz wechselt. Und im Profisport erst recht nicht. Ich fand die Antworten unseres Kapitäns Nils Mittmann in Ihrem Interview am Samstag sehr treffend.
Er hat gesagt, die Mannschaft sehe Ihren Wechsel als Teil des Geschäfts an, und bis zum Saisonende ändere sich für die Spieler überhaupt nichts. Aber die hohe Niederlage in Hagen war Futter für die Kritiker, die sagen: Machowski erreicht das Team nicht mehr, er muss jetzt gleich gehen.
Natürlich ist das Spiel dumm gelaufen. Aber dies darauf zurückzuführen, dass ich zum Saisonende weggehe, ist viel zu weit hergeholt. Diesen Zusammenhang will ich nicht gelten lassen, den muss ich kategorisch ablehnen. Natürlich will ich mit der Mannschaft in die Play-offs, natürlich will ich den Pokal gewinnen, und selbstverständlich will ich im April auch Oldenburg schlagen.
Glauben Sie, man lässt sie noch?
Ich gehe davon aus. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen. Und wenn wir Oldenburg aus den Play-offs schießen, dann ist es eben so. Ich werde jedenfalls alles dafür tun. Der Abschied von Jupp Heynckes aus Leverkusen zu den Bayern wurde vergangene Saison auch frühzeitig bekanntgegeben. Und trotzdem hat er Leverkusen noch in die ChampionsLeague geführt.
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Machowski unterschreibt in Oldenburg
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