Kulawick: Von der Nullnummer zum Topscorer
In gerade einmal fünf Tagen hat Robert Kulawick alle Extreme, die der Basketball-Sport zu bieten hat, erlebt. Am vergangenen Mittwoch, bei der bitteren Heimpleite gegen Alba Berlin, blieb der Flügelspieler der Phantoms Braunschweig ohne Zähler. Und das ausgerechnet vor den Augen seiner aus Berlin angereisten Mutter. "Da habe ich", gesteht Kulawick rückblickend, "schon mit mir gehadert."
Am Sonntag, beim nicht unbedingt erwarteten 90:88-Auswärtssieg in Oldenburg, stellte der 25-Jährige dann jedoch mit 19 Punkten eine neue persönliche Bestmarke in der Bundesliga auf. Diese sei, so komisch es zunächst klingen mag, nur wegen seiner schlechten Leistung im Berlin-Spiel möglich gewesen, vermutet der Ex-Göttinger. "Da ich da kaum in Erscheinung getreten bin, bin ich bei den Oldenburgern wohl in Vergessenheit geraten."
Die Freiräume, die ihm der Niedersachsen-Rivale wider Erwarten gönnte, nutzte Kulawick kaltschnäuzig aus. Alleine im ersten Viertel netzte er dreimal von jenseits der Drei-Punkte-Linie ein –und hatte damit bereits schon mehr Punkte auf seinem Konto als in den ersten drei Saisonspielen zusammen (8).
Und vor Selbstbewusstsein strotzend traf er im zweiten Viertel nach einem Offensivrebound sogar einen wilden Dreier, von dem er im Nachhinein selbst sagt: "Den nimmt man normalerweise nicht."
Nicht zuletzt wegen Treffer wie diesem avancierte der langhaarige Flügelspieler zum erfolgreichsten Werfer seiner Mannschaft. Wovon er sich jedoch nichts hätte kaufen können, wenn die Phantoms die Partie verloren hätten. "Dann wäre das für die Katz‘ gewesen", weiß "Kulle". So aber konnte er die Heimfahrt antreten mit dem Gefühl, einen großen Teil zum zweiten Saisonsieg beigetragen zu haben. Die Stimmung im Bus sei dementsprechend gelöst gewesen, berichtet der Neuzugang. "Es ist endlich wieder gelacht und geflachst worden."
Rechtzeitig zur Zusammenfassung im NDR-Fernsehen saß Kulawick wieder auf der heimischen Couch–und konnte sich eine Auswahl seiner Dreier noch einmal in aller Ruhe anschauen. "Als meine Freundin das gesehen hat, hat sie bereut, dass sie nicht mitgekommen ist", berichtet der Phantoms-Profi.

