Jorovic ist hart im Nehmen
Am Telefon ließ sich Phantoms-Profi Branko Jorovic am Donnerstag nichts anmerken. Dass ihm vor dem Heimspiel gegen die Baskets Würzburg ein Magen-Darm-Infekt zugesetzt hat, erwähnte der Serbe zunächst mit keinem Wort. Darauf angesprochen wiegelte der 29-Jährige ab. "Ach, das ist nichts Ernstes, nur ein bisschen Fieber", sagte Jorovic und betonte, dass er heute "auf jeden Fall" auflaufen werde. Das ist auch dringend notwendig. Schließlich fällt gegen den starken Aufsteiger aus Bayern in Immanuel McElroy bereits ein Leistungsträger aus.
Der 31 Jahre alte US-Amerikaner erlitt am Dienstag im Training einen Muskelfaserriss im rechten hinteren Oberschenkel. "Ohne ihn wird es für uns umso schwerer", weiß Phantoms-Coach Sebastian Machowski, der McElroys Mitspieler deshalb umso mehr in die Pflicht nimmt. "Der Rest der Mannschaft muss jetzt noch mehr leisten."
Davon angesprochen fühlt sich auch Branko Jorovic. Obwohl die Formkurve des wurfstarken Flügelspielers zuletzt steil nach oben zeigte, sei er noch lange nicht auf dem Niveau, das er sich selbst vorstelle, wie er selbstkritisch einräumt. "Das wird noch ein paar Wochen dauern." Die lange Verletzungspause zu Saisonbeginn, als ihm ein Bluterguss im Oberschenkel operativ entfernt werden musste, hatte ihn weit zurückgeworfen. "Dadurch habe ich viel Kondition verloren. Vor der Verletzung war ich in einer richtig guten Verfassung."
Vor zwei Wochen, bei seinem Heimdebüt gegen Quakenbrück, ließ der zweifache Familienvater sein Können mit 13 Punkten aufblitzen –und avancierte in den Schlusssekunden trotzdem zum tragischen Helden, als er den siegbringenden Wurf verfehlte. Bei aller Enttäuschung, aber ins Tal der Tränen hat ihn diese Situation nicht gestürzt. "So ist das nunmal im Leben: Mal trifft man, mal trifft man nicht." Beim nächsten Mal, kündigt er selbstbewusst an, würde er – falls nötig –wieder Verantwortung übernehmen. Soweit wollen es Jorovic und seine Team-Kollegen am Freitag gegen Würzburg aber erst gar nicht kommen lassen. "Wir wollen das Spiel bereits vorzeitig zu unseren Gunsten entscheiden", verspricht er. Nach zuletzt zwei Heimniederlagen in Folge müsse in der VW-Halle endlich wieder ein Sieg her.
Das wird gegen den Tabellenzweiten allerdings kein leichtes Unterfangen. "Würzburg ist in guter Verfassung. Sie spielen schnell und unkontrolliert", hat Jorovic diese Woche beim Video-Studium festgestellt. Trainer Sebastian Machowski weiß jedoch, wie man dagegen bestehen kann: "Es muss uns gelingen, die schnellen Würzburger Aufbauspieler zu stoppen und in der Offensive selbst gute Lösungen zu finden."
