Große Abstiegsgefahr – Phantoms brauchen Verstärkung
Braunschweig Auf den großen Positionen sind Braunschweigs Basketballer zu dünn besetzt und könnten keinen Ausfall verkraften
Braunschweigs Basketball-Anhänger stecken zum Hinrunden-Ende im Zwiespalt. Ihre Mannschaft ist sympathisch, harmoniert gut, kämpft leidenschaftlich und spielt uneigennützig zusammen. Auch der neue Trainer Kostas Flevarakis hat sie auf Anhieb überzeugt. Man merkt ihm seine Erfahrung an, er coacht exzellent, geht auf die Fans zu. Und er hat – sensationell in nur vier Monaten – das erst 19 Jahre alte Eigengewächs Dennis Schröder vom Ergänzungs-Spielmacher zum Topscorer, tragenden Akteur und Allstar der Phantoms weiterentwickelt. Eine Attraktion, wie es sie im Braunschweiger Basketball noch nicht gegeben hat.
Doch im Gegensatz zu diesen vielen positiven Eindrücken stehen die nackten Zahlen: Die Braunschweiger sind Drittletzter, stecken erstmals seit vielen Jahren wieder ernsthaft im Abstiegskampf. Mit sechs Siegen zur „Halbzeit“ wäre man in den Vorjahren auf einem guten Weg gewesen. Doch in dieser so ausgeglichenen Punktrunde eben nicht. Nun könnte man sich natürlich auf das gute Gefühl verlassen: Das Team hat sein Potenzial gezeigt, kann sich in der Rückrunde sicherlich noch steigern. Das Problem: Die Konkurrenz ist diese Saison ebenfalls so gut besetzt, dass ihr das zuzutrauen ist.
Und die Phantoms haben den Nachteil, dass sie von den direkten Rivalen nur Frankfurt, Würzburg, Hagen und Bremerhaven in der VW-Halle empfangen. Gegen Gießen, Ludwigsburg, Bonn, Weißenfels, Bayreuth und Tübingen aber müssen sie auswärts antreten. Und auch wenn sie selbst dort kaum schwächer auftreten als zu Hause – die anderen spielen in eigener Halle meist eine Klasse besser als in fremder.
Es könnte also ganz eng werden für Flevarakis und sein Team. Zumal sich bei den drei jüngsten – jede für sich verzeihlichen – Niederlagen gegen die Spitzenteams der Eindruck verfestigt hat, dass die Phantoms auf den Ausländerpositionen unter dem Strich zu schlecht eingekauft haben.
Das Team ist eine Wundertüte. Konstante Leistung kommt momentan nur von Dennis Schröder, Eric Boateng und Immanuel McElroy. Und statt zwei, drei weiteren Akteuren, wie es nötig wäre, gesellt sich pro Spiel höchstens noch ein Profi mit akzeptabler Tagesform dazu.
Was also tun? Die Phantoms brauchen Verstärkung. Und zwar unter dem Korb, wo sie zu dünn besetzt sind und keinen Ausfall verkraften können. Wenn Eric Boateng oder Harding Nana verletzt oder außer Form sind, fehlt am Brett Athletik.
Eine Versicherung gegen ein böses Erwachen am Saisonende wäre eine Nachverpflichtung noch nicht. Aber ein wichtiger Schritt.

