Flevarakis: „Unser Konzept funktioniert jetzt“
Braunschweig Bei Braunschweigs Basketballern herrscht trotz Kellerplatzierung Zuversicht. Verstärkung noch nicht gefunden.
Nahezu ein Drittel der Saison ist vorbei, und Braunschweigs Basketballer stehen schlechter da als erhofft. Auch wenn die jüngsten Siege in München und gegen Gießen hoffen lassen – der Blick aufs Restprogramm zeigt, dass es sehr schwer wird, das Missverhältnis von Siegen (4) zu Niederlagen (7) bis zum Hinrundenende noch zu korrigieren. Denn zum Jahreswechsel warten die Spitzenteams Quakenbrück, Bamberg und Berlin. Bleiben zuvor die Spiele in Würzburg und Bremerhaven sowie das Heimspiel gegen Ludwigsburg, in denen Siege eher möglich scheinen.
„So rechnen wir nicht. Es hat ja auch niemand geglaubt, dass wir in München gewinnen“, betont Sportdirektor Oliver Braun. Angesichts der Unberechenbarkeit der Liga sei es in jedem Spiel realistisch möglich, um eine Siegchance zu kämpfen.
„Ein klares Oben und Unten gibt es nicht, jeder kann jeden schlagen“, urteilt auch Trainer Kostas Flevarakis. „Und wir sind ja sogar eine der stabilsten Mannschaften“, verweist er auf die Leistungsschwankungen von vermeintlichen Favoriten wie Quakenbrück, Oldenburg, München oder Ulm, die schon überraschende Pleiten kassiert haben.
Sein Team sei in den englischen Wochen zu Saisonbeginn zweimal ausgelaugt und chancenlos gewesen, gegen Hagen und Bonn. „In allen andern Spielen hatten wir unsere Siegchance“, betont der Grieche und zählt die hauchdünnen Niederlagen gegen Ulm (91:92), in Oldenburg (59:60) und Frankfurt (59:61) auf.
Die Lektion aus den verlorenen Heimspielen gegen MBC und Tübingen sei gelernt, sagt Flevarakis: „Man darf sich in dieser Liga nicht auf einer Führung ausruhen, sondern muss sich immer auf den nächsten Ballbesitz konzentrieren.“
Getreu diesem Motto ging es zuletzt aufwärts, das stimmt den Trainer positiv: „Unser Konzept funktioniert jetzt. Es brauchte einfach Zeit, bis alle das Spiel richtig lesen können und wissen, was zu tun ist.“
Das beste Beispiel ist Center Eric Boateng, der selbst immer besser agiert und gegen Gießen auch von den Kollegen mit vielen Anspielen gefüttert wurde. Und die neue Stärke unter dem Korb wirkt sich wiederum außen positiv aus: Es ist mehr Platz zum Dreierschießen, und das können die Braunschweiger, mit 40,8 Prozent Trefferquote bestes Dreierteam der Liga, weidlich ausnutzen.
Trotzdem soll noch Verstärkung kommen. Die Rotation von Leistungsträgern war zuletzt zu klein, als dass sie längerfristig Erfolg verspricht – nicht nur wegen der Verletzung von Kapitän Nils Mittmann, die immer noch andauert.
Gefunden ist der neue Mann aber noch nicht. Der Spielermarkt sei im Preissegment der Phantoms momentan sehr ausgedünnt, entschuldigt Braun. Gesucht wird jedenfalls ein schneller Profi für die Positionen eins bis drei, der schon Erfahrung in Europa hat und sofort fit ist.
•Öffentliches Training und Fan-Talk mit drei Profis, Donnerstag, 18.45 Uhr, Tunicahalle.
Würzburg – Phantoms, Sonntag, 17 Uhr.

