Fast tausend Fans – aber diesmal nichts zu feiern
95:111 – SG-Baskets geht gegen Zermürbungstaktik des Spitzenreiters die Luft aus
Nach sechs Siegen in Folge sind die Basketball-Himmelsstürmer der SG wieder auf den Boden geholt worden. Tabellenführer Hannover zog seinen jungen Verfolgern beim 111:95 (54:62)-Sieg im Schlussviertel den Zahn. Bis dahin war es ein packendes, hartes, umkämpftes Spitzenspiel.
Hannovers Trainer Michael Mai hatte die kleine Schwäche der SG-Baskets erkannt: Die dünne Decke an Leistungsträgern. Und so ließ er gegen die sechseinhalb Stammkräfte auf Braunschweiger Seite neun seiner Akteure mit einer Art Zermürbungstaktik hart zu Werke gehen.
So schlugen die UBC Tigers, im Vorjahr noch Pro-A-Ligist, zwei Fliegen mit einer Klappe: Die SG-Youngster wurden körperlich demontiert und drei ihrer Schlüsselspieler herausgefoult (Gertz, 35., Daniel Theis, 38., Sant-Roos, 39.). Auf Gästeseite hingegen musste wegen der Foulverteilung auf mehrere Schultern nur ein Akteur gehen.
Bis weit hinein ins Schlussviertel sah es allerdings so aus, als könnten die Braunschweiger noch einen siebten Coup landen. Angetrieben von der Saisonrekordkulisse von knapp 1000 Fans machte das Team einen Neun-Punkte-Rückstand wett und lief zunächst offensiv so heiß wie zuletzt. Der Höhepunkt: Ein Dreier von Daniel Theis zur 69:57-Führung (22.).
Aber die Tigers konterten. Vor allem über Jacob Doerksen, einen ihrer drei ausländischen Profis. Weder Frank noch Daniel Theis konnten den bulligen Kanadier auf dem Weg zum Korb stoppen. 41 Punkte erzielte er insgesamt, was SG-Trainer Liviu Calin den Zorn ins Gesicht trieb. "Wir waren heute zu faul und zu entspannt, um richtig zu verteidigen", rügte er. "Die Einstellung hat nicht gepasst."
Bis in die 34. Minute hinein rettete die SG-Baskets einen schmelzenden Vorsprung. Allerdings war schon zu Beginn des Schlussviertels nicht zu übersehen, dass sie unter dem Dauerdruck des Gegners müde wurden und im Angriff nicht mehr viel zustande brachten. Spielmacher Dennis Schröder produzierte zunehmend Ballverluste, auch freie Dreier fielen nicht mehr in den Korb. Als sich der herausragende Punktesammler Daniel Theis beim Stand von 93:97 wegen Lamentierens über sein viertes Foul auch noch das fünfte abholte und ausschied, war die Widerstandkraft der SG gebrochen.
Mit 14:33 ging das Schlussviertel verloren. "Hannover war sicher auch müde, aber wir haben uns am Ende aufgegeben", kritisierte Calin und wollte nichts von einem übermächtigen Gegner wissen. "Wir haben selbst das Spiel verloren – ich bin enttäuscht über das Ergebnis."
SG-Baskets: Daniel Theis 32 (67%, 14 Rebounds), Schröder 19 (36%, 9 Vorlagen, 8 Ballverluste), Sant-Roos 14 (57%, 8 Rebounds, 5 Vorlagen, 3 Ballgewinne, 2 Blocks), Frank Theis 13 (25%, 11/12 Freiwürfe), Gertz 7 (30%, 5 Rebounds, 4 Vorlagen), Buchmiller 6 (33%), Wenzel 4, Angerstein.

