Fans protestieren gegen Montag-Anstoßzeit
Fürther und Braunschweiger Fußballfans zogen Montagabend während des Zweitligaspiels Greuther Fürth gegen Eintracht an einem Strang. "Scheiß Sport 1" tönte es aus dem Braunschweiger Block, "Scheiß Sport 1" kam es als Echo von der gegenüber liegenden Seite des Stadions zurück, das Ganze fünf, sechs Mal. Eintracht-Fans hatten zudem ein Banner vorbereitet, mit dem sie gegen die Partien am Montagabend protestierten.
Adressat der Kritik waren der übertragende Fernsehsender und die Montag-Anstoßzeit, die auf alles Rücksicht nimmt, nur nicht auf die Fans, die ihre Mannschaft im Stadion lautstark unterstützen wollen und weniger vor dem Fernseher.
"Die Anstoßzeiten am Montagabend um 20.15 Uhr und freitags um 18 Uhr sind eine Katastrophe", sagt Wolfgang Schoeps, Vorsitzender des Fan-Klubs Blau-Gelbe Volkswagenlöwen. "Ich bin Gott sei Dank im Ruhestand. Andere Fans müssen einen oder zwei Tage Urlaub nehmen, um die Auswärtsfahrten mitzumachen", erklärt Schoeps, der am Montag um 13 Uhr in Braunschweig zur rund 450 langen Hinfahrt Richtung Fürth aufgebrochen war. Am frühen Dienstagmorgen gegen 4Uhr, war der Kleinbus der Volkswagen-Löwen mit neun Fans zurück in Braunschweig.
"Ich kann die Fans verstehen, die sich Urlaub nehmen müssen, weil sie Probleme mit der Anreise haben", sagt Soeren Oliver Voigt. Der Eintracht-Geschäftsführer stellt aber auch klar. "Der Verein hat auf die Anstoßzeiten keinen Einfluss. Das ist eine Frage dessen, was vorgegeben wird durch die TV-Formate."
Nicht zu vergessen: Rund vier Millionen Euro erhält Eintracht aus dem Topf der Fernsehgelder – gut die Hälfte des Saisonetats der Fußball GmbH. Ohne das TV-Geld könnte wohl keiner der 18 Zweitligisten seine Kosten decken. Für insgesamt 412 Millionen Euro pro Jahr hatte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Übertragungsrechte für die 1.und 2. Liga bis zur Saison 2013/14 verkauft.
