Ex-Braunschweiger schicken Phantoms auf die Verliererstraße
Berlin Trotz der 64:79 (34:36)-Niederlage beim Dritten Berlin bleiben die Braunschweiger Basketballer Siebter und bekommen ihren Play-off-Wunschgegner Ulm.
Das Spiel in Berlin brachte die nächste Niederlage gegen eines der Topteams der Liga und war somit eine Enttäuschung. Trotzdem haben Braunschweigs Basketballer am Samstagabend bekommen, was sie wollten. Als Punktrunden-Siebter gehen sie im Play-off-Viertelfinale der Übermannschaft aus Bamberg und dem frühen Donnerstag-Termin aus dem Weg und spielen stattdessen am nächsten Wochenende bei ihrem Wunschgegner Ulm. Möglich wurde dies, weil die Bonner ihr Heimspiel gegen Frankfurt gewonnen haben und Ulm zu Hause gegen Würzburg triumphierte.
„Toll, dass wir wirklich Siebter geworden sind“, sagte Phantoms-Trainer Sebastian Machowski. „Aber momentan ärgere ich mich mehr über die Niederlage hier in Berlin. Denn wir haben unsere Möglichkeiten nicht ausgeschöpft.“
Vor allem die sonstigen Top-Punktesammler des Teams trafen nicht. Branko Jorovic, Michael Umeh und Rich Melzer warfen schlecht, was nicht nur an der starken Verteidigung des Gegners lag. Auch ganz freie Schüsse vergaben die drei - vielleicht der Kräfteverschleiß am Ende der mental höchst anstrengenden englischen Woche mit zwei gewonnenen Alles-oder-Nichts-Spielen zuvor. Dass auch Center Kyle Visser nicht wie gewohnt punkten konnte, lag allerdings wirklich daran, dass die Berliner meist gleich mit mehreren Spielern seine Würfe verhinderten.
Trotzdem spielten die Braunschweiger, die erneut auf Robert Kulawick verzichten mussten, 32 Minuten auf Augenhöhe mit dem ausgeruhten Tabellendritten. Auch wenn sie meist knapp mit zwei bis sechs Zählern in Rückstand lagen. Doch immer wieder fanden sie trotz der Ausfälle mit gutem Kombinationsspiel und Impulsen von der Bank Wege zu punkten. Eine neue Wirkungsachse bildeten dabei LaMarr Greer, der sich seiner alten Form wieder annähert und einige Dreier traf, sowie Nick Schneiders. Der 2,21-Meter-Mann setzte diesmal seine Länge sehr clever ein, wurde von den Kollegen auch gezielt angespielt und ließ es bei vier Dunkings krachen.
In der zweiten Hälfte brachte dann Kapitän Nils Mittmann neuen Schwung und Punkte mit sicher verwandelten Freiwürfen. Bis ins Schlussviertel hinein lagen die Braunschweiger so in Lauerstellung und man traute ihnen durchaus zu, irgendwann die Wende zu schaffen. Dazu hätte ja nur mal ein Dreier mehr in den Berliner Korb zu fallen brauchen. Bis zum 54:52-Zwischenstand (32. Minute) schien ein Sieg möglich, aber dann ging es abwärts. Alba erhöhte nochmals den Verteidigungsdruck. Und vorne liefen ausgerechnet zwei Ex-Braunschweiger heiß.
Heiko Schaffartzik traf nach Belieben Dreier, und Yassin Idbihi war mit Offensivrebounds und Treffern in Schlüsselsituationen erfolgreich. Die beiden Nationalspieler erzielten zusammen 34 Punkte und waren die besten Berliner. Was die Phantoms in den letzten sieben Minuten auch versuchten, entweder es funktionierte nicht, oder es wurde von den Hauptstädtern postwendend mit einer noch besseren Aktion beantwortet.
Es reicht nicht, wenn man versucht, jemanden zu stoppen, man muss es auch schaffen“, kritisierte Machowski die Verteidigung seines Teams in der zweiten Hälfte, als die Berliner acht Dreier trafen. „Am Ende sind wir leider in einen Abwärtsstrudel gekommen.“
Phantoms-Punkte: Greer 14, Umeh 9, Schneiders 8, Melzer 7, Mittmann 6, Visser 6, Jorovic 4, Theis 4, McElroy 3, Milosevic 2, Schröder 1.
So geht es in den Play-offs weiter:
1. Viertelfinale: Ulm – Braunschweig, Samstag, 5. Mai, 19 Uhr
2. Viertelfinale: Braunschweig – Ulm, Donnerstag, 10. Mai, 19.15 Uhr
3. Viertelfinale: Ulm – Braunschweig, Sonntag, 13. Mai, 15.05 Uhr



