Erster echter Härtetest für die Phantoms
Braunschweig Eigengewächs Jörn Wessels darf sich am Samstag beim Ligarivalen Quakenbrück erneut beweisen. Der neue Center kommt erst nächste Woche.
Vergangene Saison kam er nicht mal beim Nachwuchsteam richtig zum Zug, am Samstagabend wird Jörn Wessels als Center erneut in der Startformation der Braunschweiger Erstligabasketballer beim Ligarivalen Quakenbrück auflaufen. „Das ist toll“, sagt der 21-jährige Braunschweiger. „Aber es ist nur ein Vorbereitungsspiel, und ich profitiere davon, dass Nick (Schneiders) und der neue Center noch nicht dabei sind.“
Wessels ist Realist und sieht seine vordringliche Aufgabe diese Saison darin, beim Kooperationspartner SG Baskets in der Pro B ein Leistungsträger mit viel Spielzeit zu werden. „In der ersten Liga will ich so viel wie möglich mitnehmen und bin dankbar über jede Sekunde, die ich auf dem Feld sein kann“, sagt er so bescheiden wie zuversichtlich. Ob es gegen Erstliga-Gegner schon reicht, kann er heute zeigen. Und auch seine neuen Phantoms-Kollegen aus Übersee werden im Artland die raue Luft der Bundesliga schnuppern können.
„Das Spiel ist gut, damit unsere Leute sehen, wo sie stehen, sich beweisen und schon mal die Atmosphäre eines Bundesliga-Auswärtsspiels aufnehmen können“, sagt Trainer Kostas Flevarakis, entschuldigt aber gleich schon mal: „Die Mannschaft ist müde nach einer sehr, sehr harten Trainingswoche.“
Außerdem werden Immanuel McElroy und Nick Schneiders wohl abermals nur zuschauen, die zwar wieder trainieren, aber beispielsweise das interne Match beim öffentlichen Training am Donnerstag nicht mitgemacht hatten. „Sie sind noch weit weg von 100 Prozent, und ich fühle, dass ein Einsatz zu früh käme“, sagt Flevarakis.
Mit dem neuen Center darf er erst nächste Woche rechnen. Die Phantoms mussten es zähneknirschend hinnehmen, dass sich die Verpflichtung ihres Wunschkandidaten weiter verzögert hat, sind aber laut Sportdirektor Oliver Braun noch nicht zu Plan B übergegangen.
So wird es unter anderem Jörn Wessels unter dem Korb richten müssen, wo den Quakenbrückern ihr Center Anthony King noch fehlt, der mit der zypriotischen Nationalmannschaft die EM-Qualifikation spielt. Dafür wurde vorgestern in Ex-Phantom Andrew Drevo ein Mann für die Position vier verpflichtet. Ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Braunschweiger Publikumsliebling Demond Mallet wird es hingegen noch nicht geben. Der 34-jährige hatte sich beim Krafttraining den Brustmuskel gerissen und ist operiert worden. Bis ein starker Ersatzmann gefunden ist, vertritt ihn der kanadische Nationalspieler Tyler Kepkay, der vergangene Saison in Braunschweig getestet, aber nicht für gut genug befunden worden war
Jörn Wessels freut sich jedenfalls auf die große Herausforderung. Er merke derzeit, dass die ausgiebigen Athletik-Einheiten fruchten, die er im Sommer mit Trainerin Ellen von Borstel absolviert hatte. Und er spüre das Vertrauen des Trainers. „Er gibt uns Doppellizenzspielern eine Chance“, lobt der Youngster. Es fördere das Selbstvertrauen, dass sie alle immer noch mit dem Erstligateam mittrainieren dürften. „Bei Sebastian (Machowski) mussten wir frühzeitig wieder in die zweite Mannschaft zurück, weil er lieber nur mit zwölf Leuten arbeiten wollte.“
