Ein Routinier für den Spielaufbau
Braunschweig Der Ex-Bonner Miah Davis verstärkt Braunschweigs Basketballer und ist schon mit ins Trainingslager gefahren.
Vier Spiele haben gereicht, um Kostas Flevarakis zu überzeugen. Der Phantoms-Trainer holte Miah Davis nun nach Braunschweig, jenen US-amerikanischen Spielmacher, der im Frühjahr 2011 seinem Klub Ilisiakos Athen bei einem Kurzengagement sportlich wieder auf die Beine half.
Mit dem 31 Jahre alten Routinier sind Braunschweigs Basketballer auf den kleinen Positionen nun komplett. „Von seiner großen Erfahrung soll auch Dennis Schröder profitieren“, erläutert Sportdirektor Oliver Braun, dass man bei der Besetzung der Kreativposition mit einem älteren Spieler auch an das 18 Jahre alte Eigengewächs gedacht habe.
Miah Davis, der in Braunschweig bereits seinen Medizincheck bestanden hat und am Montag mit dem Team ins Traininglager gefahren ist, freut sich, wieder in der Bundesliga anzutreten. In der Saison 2007/2008 hatte er die Baskets Bonn ins Finale um die deutsche Meisterschaft geführt. „Er ist ein Crunchtime-Spieler“, lobt Braun, dass sein Neuer in den entscheidenden Phasen der Spiele zur Hochform auflaufe.
Zuletzt allerdings war der Spielmacher in Belgien bei den Leuven Bears nicht so glücklich. Er spielte im Schnitt nur 17 Minuten und hatte entsprechend dürftige Statistiken.
Dass er es besser kann, hatte er bei mehreren Engagements in Polen und Zypern gezeigt, wo er jeweils zweistellig punktete, auch bei Vorlagen und Rebounds überzeugte, und in diverse Allstarteams gewählt wurde. In jenen vier Spielen für Flevarakis in Athen kam er auf 10,8 Punkte, 2,5 Vorlagen und 1,3 Ballgewinne pro Partie. „Miah wird der Mannschaft viel geben“, sagt der Phantoms-Coach überzeugt. „Er ist ein sehr guter Verteidiger, der es versteht, daraus gute Angriffsaktionen zu organisieren.“ Selbst den Ex-Braunschweiger und Neu-Quakenbrücker Demond Mallet habe er in der belgischen Liga gut in Schach gehalten, ergänzt Braun.
Davis ist zusammen mit seiner Frau Sylwia und seinem in Deutschland geborenen Sohn Jalen nach Braunschweig gekommen. Weil seine Frau Polin ist, ist auch sie mit der Standortwahl ihres Gatten sehr einverstanden. Schließlich ist es von hier nicht weit in ihre Heimat zu Familie und Bekannten. Die Davis‘ sind auch mit Ex-Phantom Michael Hicks und dessen polnischer Frau befreundet, die inzwischen wieder in Polen leben.
In den vier Tagen Trainingslager in der Landessportschule Bad Blankenburg im Thüringer Wald soll die Mannschaft zusammenwachsen und den Grundschliff in Sachen Athletik bekommen.
Momentan besteht der Kader aus den bekannten Gesichtern Nils Mittmann, Robert Kulawick, Dennis Schröder, Nick Schneiders und Immanuel McElroy, den neuen Import-Profis Harding Nana, Casey Mitchell, Thad McFadden und Miah Davis sowie den von der SG Braunschweig bekannten Doppellizenzspielern mit Neuzugang Erik Land.
Ein neuer Center, der Kyle Visser ersetzt, wird noch gesucht. Visser konnte übrigens sein neues Engagement im italienischen Caserta nicht antreten, weil er sich an der Schulter verletzt hat und mehrere Monate ausfällt. Bei den Phantoms plagt sich Nick Schneiders noch mit seiner Bänderverletzung herum.
