Duell der Center steht gegen Ulm im Blickpunkt
Phantoms-Basketballer wollen heute endlich ein Spitzenteam schlagen – den Tabellenzweiten Ulm
Endlich eines der Topteams schlagen und den eigenen Zuschauern nach einigen Enttäuschungen mal wieder einen Leckerbissen bieten. So heißt die Devise für Braunschweigs Basketballer am Freitag zum Jahresabschluss gegen den Tabellenzweiten Ulm (19.30 Uhr, VW-Halle).
Bislang haben sich die Phantoms zwar unter den Top-Sechs platziert, ein Sieg gegen eine Spitzenmannschaft fehlt ihnen aber noch. Die Zeit sei reif dafür, sagt Center Nick Schneiders, der in den jüngsten Partien immer selbstsicherer aufgetreten ist. "Gegen München und Quakenbrück haben wir nur ganz knapp verloren", erinnert er. "Also denke ich, dass wir auch gegen Ulm unsere Siegchance haben werden."
Damit es dazu kommt, ist der längste Spieler der Bundesliga wie auch sein Kollege Kyle Visser ganz besonders gefordert. Denn im Ulmer Dress läuft der dominierende Center der Saison auf. John Bryant, 2,11 Meter groß und 127 Kilo schwer, ist der mit Abstand effektivste Profi der Liga und ihr bester Rebounder.
"Er spielt richtig clever, setzt seinen Körper hervorragend ein und ist die tragende Säule im Ulmer Spiel", lobt Braunschweigs Co-Trainer Philipp Köchling. "Wir müssen Bryant davon abhalten, unter den Körben zu dominieren", betont Schneiders, der sich besonders konzentriert auf diese Aufgabe vorbereitet hat: "Er darf den Ball nicht direkt am Korb bekommen, und wir müssen die Defensivrebounds kriegen."
Ulms Stärke auf John Bryant zu reduzieren, wäre allerdings fatal. Bei den Süddeutschen hat Trainer Thorsten Leibenath ein Ensemble geformt, in dem alles bestens zusammenpasst. Die Überraschungsmannschaft der Liga ist nicht nur zu Hause ungeschlagen, wo gerade als Zusatzmotivation die neue 6000-Zuschauer-Halle eröffnet wurde, sondern mit sechs Erfolgen auch das beste Auswärtsteam der Liga.
Vier pfeilschnelle Guards um Nationalspieler Per Günther ziehen dank Rebounds und druckvoller Verteidigung ein famoses Tempospiel auf. "Das ist die beste Fastbreak-Mannschaft der Liga", urteilt Köchling, woraus die zweite Devise für die Braunschweiger folgt: Die Schnellangriffe stoppen!
Das funktioniert mit guter Arbeit beim Offensivrebound, hoher Trefferquote und dem Vermeiden von Ballverlusten, von denen sich die Phantoms zuletzt deutlich zu viele geleistet hatten. "Wenn wir Ulm ins Halbfeldspiel kriegen, haben wir, denke ich, gute Chancen zu gewinnen", sagt Phantoms-Trainer Sebastian Machowski, der wahrscheinlich erneut auf Robert Kulawick (Rückenprobleme) verzichten muss.
Er hofft, dass die dreitägige Weihnachtspause seine Akteure beflügelt und nicht etwa aus dem Rhythmus gebracht hat. Die Ulmer, die am Dienstag einen 101:84-Triumph in Bonn gefeiert hatten, sind jedenfalls in Spiellaune. "Wir werden an allen Ecken und Enden genug zu tun bekommen", ahnt Machowski, dass dem Gegner nur mit einer Top-Leistung von allen beizukommen ist.
Schneiders gibt sich optimistisch: "Unser Teamspiel ist unsere Stärke. Bei uns hat jeder die Chance, Schlüsselspieler für ein bestimmtes Spiel zu sein." – Vielleicht kommt sein großer Auftritt ja am Freitag.
