Die Phantoms verklagen Daniel Theis
Braunschweig Braunschweigs Basketballer fordern 30 000 Euro Ablöse für den Wechsel nach Ulm. Der Nationalspieler greift seinen Ex-Klub in einem Interview an.
Braunschweigs Basketballer werden ihren ehemaligen Spieler Daniel Theis verklagen. Das kündigte Phantoms-Justiziar Hans-Werner Schrader am Mittwochabend gegenüber unserer Zeitung an. „Wir wollen die Zahlung einer Ablösesumme, wie sie üblich ist“, erklärte Schrader und nannte die Summe von 30 000 Euro. „Denn Daniel Theis hat seinen laufenden Vertrag ohne Abstimmung mit den Phantoms beendet.“
Die Summe halte man für gerechtfertigt. Die Leistung des Spielers einzuklagen, sei ja nicht möglich. Und im Vertrag des Jung-Nationalspielers sei sogar eine höhere Ablösesumme fixiert gewesen.
Die Braunschweiger waren im Sommer davon überrascht worden, dass Theis beim Ligarivalen Ulm unterschrieben hatte, ohne dass die Süddeutschen mit den Phantoms über die Wechselkonditionen verhandelt hatten. Lediglich eine winzige, indiskutable Ausbildungsentschädigung hätten die Ulmer angeboten, sagte Schrader.
Von einem anderen Klub hingegen hatte es laut Braunschweigs Sportdirektor Oliver Braun ein Angebot zu einer angemessenen Ablösesumme gegeben, wie sie bei anderen Wechseln in der BBL gezahlt worden sei. So fühlen sich die Phantoms durch den Theis-Wechsel doppelt geschädigt.
Ein Arbeitgeber hat aber auch eine Fürsorgepflicht. Und bei dem Transfer waren auch der Agent des Spielers und die Ulmer wesentlich beteiligt. So wollten die Braunschweiger das über Jahre ausgebildete Eigengewächs ungern verklagen müssen, erläuterte Schrader, warum die Phantoms den angekündigten Schritt erst jetzt gehen.
Zuvor habe man versucht, über den Ombudsmann der BBL die Sache außergerichtlich zu regeln. „Er hat uns gesagt, er habe mit allen Beteiligten telefoniert, aber die Ulmer hätten eine Ablösezahlung abgelehnt“, sagt Schrader. „Und da unser Vertragspartner Daniel Theis ist, müssen wir nun gegen ihn vorgehen, um unser Geld zu bekommen.“
Derweil hat Daniel Theis in einem Interview mit dem Internetportal Spox erklärt, warum er unbedingt weg wollte aus Braunschweig – und dabei kaum ein gutes Haar an den Phantoms gelassen. Sein Agent habe seit Anfang vergangener Saison mit den Verantwortlichen versucht, über einen neuen Vertrag, über seine Zukunft zu reden – vergeblich.
Unter dem Strich steht vor allem Theis’ Vorwurf, er sei als junger Spieler nicht genügend wertgeschätzt, sondern als undisziplinierter Jungstar dargestellt worden. Er und Dennis Schröder seien nicht gleichbehandelt worden mit den ausländischen Profis im Team, vor allem seien sie bei Verstößen gegen die internen Regeln härter bestraft worden.
Auch auf ihr Bitten hin hätten er und Schröder kein Extra-Training machen dürfen, wirft Theis Ex-Trainer Sebastian Machowski vor. Der neue Coach Kostas Flevarakis habe ebenfalls kein richtiges Interesse an ihm gezeigt. In Braunschweig stimme das Umfeld nicht, behauptet Theis und nimmt nur Pro-B-Trainer Liviu Calin von seiner Kritik aus.
„Schade, dass Daniel diesen Weg gewählt hat“, kommentiert Oliver Braun das Interview. Er distanziere sich klar von den erhobenen Vorwürfen, die größtenteils „Falschaussagen“ oder „Blödsinn“ seien. Vieles könne er sogar schriftlich widerlegen. „Öffentlich werden wir das aber nicht tun“, sagte der Geschäftsführer. „Wir wollen keine Schlammschlacht.“

