Die Lieblingsgäste der Liga spielen in der VW-Halle
Braunschweig Bayern Münchens Basketballer füllen auswärts die Hallen und verlieren meist. Das wünschen sich die Phantoms Braunschweig auch am Mittwoch.
Ausverkauft! Fast alle Basketball-Bundesligisten meldeten das diese Saison wenn die Bayern kamen – oft schon Wochen vor dem Spiel. Die neue Startruppe elektrisiert eben die Fans. Für die Braunschweiger gilt das am Mittwoch aber wohl nur eingeschränkt.
„Der Vorverkauf lief ganz gut, und es hat viele Anfragen im Vorfeld gegeben, ob man eventuell nicht mehr in die Halle kommt“, berichtet Phantoms-Finanzchef Norbert Rüscher und liebäugelt zumindest mit einer Saison-Rekordkulisse. „Aber das mit dem ausverkauften Haus werden wir nicht schaffen, dazu ist unsere Hallenauslastung insgesamt nicht hoch genug.“ Außerdem haben die Braunschweiger Pech mit dem Wochentags-Termin und dem zeitgleichen Gipfeltreffen der Münchener Fußballer in Dortmund.
So hoffen die Phantoms-Verantwortlichen umso mehr, dass wenigstens die zweite „Regel“ bei den Gastspielen der Münchener zum Tragen kommt, dass diese nämlich die Punkte abliefern. Auswärts haben die Lieblingsgäste der Liga-Manager bislang nur bei den vier Kellerkindern Göttingen, Hagen, Ludwigsburg und Gießen gewonnen.
Das habe auch an den gegen Krösus Bayern extrem emotionalisierten Heim-Kulissen gelegen, von denen seiner Mannschaft eine aggressive Stimmung entgegengeschlagen sei wie keinem anderen Gästeteam, erklärte Münchens Startrainer Dirk Bauermann. Damit umzugehen, müssten seine Spieler eben erst lernen.
Auf Phantoms-Seite hoffen Trainer Sebastian Machowski und Kapitän Nils Mittmann natürlich, dass auch in der VW-Halle eine solche Atmosphäre herrscht, die es den Gästen schwer macht und das eigene Team zum ersehnten Sieg trägt.
Nach vielen Personalproblemen in der ersten Saisonhälfte kommen die Münchener mit ihrer harten Verteidigung allerdings immer besser in Form. „Mit komplettem Kader haben wir die beste Trainingsqualität der Liga“, behauptet Bauermann. Und wie selbstbewusst die Gäste trotz ihrer schwachen Auswärtsbilanz angereist sind, zeigt die Überschrift zum Spiel auf ihrer Internetseite: „Braunschweig wird zum Play-off-Türöffner“ heißt es dort.
Die Phantoms sehen es umgekehrt: Ein Erfolg in diesem Schlüsselspiel des Siebten gegen Sechsten soll sie für die schweren Aufgaben gegen Ouakenbrück, Oldenburg Bonn und Berlin beflügeln.
„Wir sind eine gute Mannschaft. Warum sollen wir nach hinten gucken, wir können auch noch nach oben schauen“, betont Mittmann, dass sein Team die nur eine Niederlage besseren Bayern noch überholen könnte. Mit einem Vierpunktesieg wäre schon mal der direkte Vergleich gewonnen. Allerdings haben die Phantoms bislang gegen Play-off-Rivalen noch keine Bäume ausgerissen, von 13 Spielen nur 3 gewonnen. „Jetzt müssen wir Mannschaften schlagen, die über uns stehen“, betont Machowski mit Blick auf die Tabelle. „Für uns beginnen die Play-offs praktisch schon.“
Den Schlüssel für einen Erfolg gegen München sieht er darin, besser zu verteidigen als im Hinspiel (87:90) sowie Bayerns „Brecher“ Troutman und Homan unter den Körben in Schach zu halten. Die Topscorer und -Rebounder der Gäste waren in der ersten Begegnung noch nicht dabei.
•Phantoms Braunschweig – Bayern München, Mittwoch, 19.30 Uhr, VW-Halle

