„Die erste Liga ist ein Riesen-Anreiz“
Braunschweig Lars Masell, Nachwuchschef des Ligarivalen Würzburg, kommt als neuer Co-Trainer zu Phantoms-Korbjägern
Braunschweigs Basketballer haben ihre personellen Probleme schnell gelöst – zumindest im Trainerstab. Für Peter Günschel, der seinen Vertrag aus familiären Gründen aufgelöst hatte, präsentierten sie gestern Lars Masell als neuen Co-Trainer. Er hat für zwei Jahre unterschrieben.
Dies ist eine durchaus namhafte Verpflichtung, denn der 31-jährige A-Lizenz-Inhaber kommt vom Ligarivalen Baskets Würzburg. Dort war er in der Aufstiegssaison 2010/11 Assistent von Cheftrainer Marcel Schröder und leitete seit der Saison 2011/12 die Baskets Akademie, das Nachwuchsprogramm des Erstligisten mit einem Regionalligateam und den Jugend-Bundesligisten.
Sein Wechsel nach Braunschweig wurde dort nicht begrüßt. Man sei sehr enttäuscht, Masell habe die Organisation und die Nachwuchsspieler mitten in der Saison im Stich gelassen“, klagte Baskets-Geschäftsführer Jochen Bähr.
Masell möchte dies nicht kommentieren, sondern blickt voraus: „In Braunschweig kann ich in der ersten Liga arbeiten, das ist ein Riesen-Anreiz und d i e Herausforderung für mich, die ich mir nicht entgehen lassen konnte,“ sagte er. Natürlich sei es ihm nicht leicht gefallen, das Würzburger Jugendprogramm zu verlassen, das er aufgebaut hat. „Da hängt mein Herz dran, und es war keine leichte Entscheidung.“
Phantoms-Sportdirektor Oliver Braun kennt den Neuen schon aus seiner Zeit in Jena, wo Braun Spieler und Masell sechs Jahre Co-Trainer und Jugendtrainer war. „Er bietet uns das komplette Paket, er deckt alles ab, was wir brauchen“, begründet der Sportchef die Verpflichtung. Schließlich soll der neue Assistent von Kostas Flevarakis, neben seinem Job bei den Erstligaprofis, wie Günschel auch mit den Talenten arbeiten und die Jugendtrainer fortbilden. „Lars weiß, wie es geht. Er widmet sein Leben hundertprozentig dem Basketball und ist hungrig“, lobt Braun.
Was Masell im Vergleich zu seinen Vorgängern fehlt, ist Erstligaerfahrung. „Da betrete ich noch viel Neuland“, räumt der Ex-Würzburger ein. Ganz „grün“ was die BBL betrifft, ist er jedoch nicht. Im Vorjahr hat er viel bei Baskets-Chefcoach John Patrick hospitiert, und vor drei Jahren sogar schon mal in Braunschweig. „Da war ich im Januar für eine Woche hier, habe bei Sebastian Machowski gelernt und mir das ganze Programm angeschaut.“
