„Der Schlüssel der Saison ist das Energielevel“
Braunschweig Phantoms-Trainer Kostas Flevarakis traut seinem Team noch viel zu. Nach fünf Spieltagen sind seine Basketballer das beste Dreierteam der Liga
Nach fünf Spieltagen der Basketball-Bundesliga ist kein Team mehr ungeschlagen und auch keines sieglos – eine Ausgeglichenheit, wie es sie seit Jahren nicht gegeben hat. „Die Großen werden am Ende trotzdem oben stehen“, sagt Phantoms-Sportdirektor Oliver Braun überzeugt. Schwerer zu prognostizieren ist hingegen, was dahinter passiert und wo sich die Braunschweiger einordnen werden.
Es sei ja eher normal, dass Bamberg und Berlin zwei Tage nach Europaliga-Schlachten gegen ausgeruhte Play-off-Kandidaten wie Quakenbrück und Ulm auch mal verlieren, kommentiert Braun die Favoritenstürze. Weniger normal findet er die teilweise klaren Spielausgänge der ersten Wochen. Denn wie den Braunschweigern, die gegen Hagen und Bonn ungewöhnlich chancenlos waren, aber die bis dahin ungeschlagenen Bayreuther erstaunlich klar beherrschten, ging es auch anderen Mannschaften.
Den Bayreuth-Coup könne man wohl nicht als Maßstab für die Restsaison nehmen, fürchtet der Phantoms-Sportchef. „Ich glaube eher, dass wir mit unserer Leistung irgendwo dazwischen liegen werden“, sagt er mit Blick auch auf die schwachen Auftritte. Nach Ansicht der Phantoms-Verantwortlichen gibt es hinter den finanzstarken Top-Klubs mehr stark besetzte Mittelfeld-Teams als je zuvor. Ein Gefälle in ihrer Leistungsfähigkeit aufgrund von Etatunterschieden, wie in den Vorjahren, existiert kaum noch. Also wird die Tagesform entscheiden.
An der individuellen Qualität mangele es seinen Spielern in diesem Vergleich nicht, urteilt Phantoms-Trainer Kostas Flevarakis. Er glaubt, dass bislang unterschiedliche Belastungsverteilungen in den englischen Wochen entschieden haben und die Eingespieltheit der Teams.
„Wir sind eine neue Mannschaft“, betont er. „Wir brauchen Zeit, um alle Spieler auf das nötige Level von Intensität und Konzentration zu bringen.“ Diese Faktoren seien es, die über Sieg und Niederlage entscheiden, betont der Trainer: „Das ist für mich der Schlüssel der Saison: Wie viel Energie eine Mannschaft aufs Feld bringen kann.“
Und diesbezüglich traue er seinem Team eine Menge zu. Auch, dass es die Fans wieder in die Halle locke und begeistere. Für den Griechen war es ein Schock, dass die Phantoms für die Bonn-Leistung derart abgestraft wurden, dass gegen Bayreuth fast 2000 Zuschauer weniger kamen als zum Auftakt gegen Ulm.
Was die Braunschweiger spielerisch in die Waagschale werfen, hat sich an den ersten Spieltagen schon herauskristallisiert: Sie sind das beste Dreierteam der BBL mit einer Trefferquote von 46 Prozent. Die interne Rangliste führt Thad McFadden mit 61 Prozent an, gefolgt von Dennis Schröder mit 59 Prozent.
Auch wenn diese Quote wohl noch sinken wird – auf ihre Dreierstärke wollen sich die Phantoms stützen. „Die hat ja nicht nur mit der Tagesform der Schützen zu tun, sondern mit der Kreativität der Guards“, verdeutlicht Braun. „Und darauf haben wir bei der Teamzusammenstellung besonderen Wert gelegt.“



