Dennis Schröder – gestern noch Fan, heute Nationalspieler
Braunschweig Mit dem Rückenwind der A-Kader-Nominierung startet der Braunschweiger Spielmacher mit den deutschen U-20-Basketballern in die EM in Slowenien.
Mehr Motivationsschub geht nicht: Phantoms-Jungprofi Dennis Schröder fliegt als frisch nominierter A-Kaderathlet nach Slowenien. Dort beginnt für die deutschen U-20-Basketballer am Donnerstag die Europameisterschaft.
Auch wenn es ihm an Selbstbewusstsein nicht mangelt – dass er es mit seinen 18 Jahren schon in den Trainingskader von Bundestrainer Svetislav Pesic schafft, kam für den pfeilschnellen Braunschweiger doch überraschend. Nahezu zeitgleich mit einem Anruf der DBB-Pressesprecherin am Freitag las Schröder die tolle Nachricht auf seinem Smartphone. Denn bislang hatte er die Facebook-Seite des Nationalteams als Fan abonniert – nun gehört er selbst zum erlauchten Kreis.
Seine Topleistung genau zum richtigen Zeitpunkt zu bringen, ist die Kunst. Und dies war Schröder offensichtlich in Berlin beim Test der U 20 gegen die älteren A-2-Nationalspieler gelungen. Anders als beim EM-Vorbereitungsturnier in der Türkei zeigte er dort neben seiner guten Verteidigung und dem für einen Spielmacher nötigen Organisationstalent auch noch rasanten Zug zum Korb und erzielte zehn Punkte. Vor den Augen Pesics.
„Danach hat er mir gesagt, dass er mich gut fand“, berichtet Schröder vom Lob des Bundestrainers. „Ich habe mir erstmal nichts dabei gedacht.“ Bis er dann seinen Namen in der Aufstellung las. „Ich freue mich riesig“, schwärmt er. Dass er nur in den Kader rutschte, weil Steffen Hamann und sein U-20-Kollege Maxi Kleber sich verletzten, ist ihm klar. „Sonst wäre ich nächstes Jahr reingekommen.“
Phantoms-Coach Kostas Flevarakis, fünf Jahre lang Nationaltrainer Schwedens, freut sich für seinen Spieler: „Es ist eine große Ehre Mitglied eines Nationalteams zu sein, auch wenn es erstmals nur fürs Training ist.“ So geht Schröder mit dem Rückenwind der Nominierung die U-20-EM beflügelt an. „Wenn wir gut zusammenspielen, werden wir was Gutes erreichen“, sagt er optimistisch und schwärmt von der Teamchemie. Das sei im Vorjahr im U18-Nationalteam anders gewesen. „So gut, wie wir uns jetzt alle verstehen, kannte ich das noch gar nicht“, betont Schröder. Die körperliche Umstellung auf die höhere Altersklasse falle ihm durch die Erstligaerfahrung im Phantoms-Team nicht schwer.
Zwischen 15 und 20 Minuten hat der Zweitjüngste des Teams zuletzt in der U 20 gespielt, sich die Spielmacherrolle mit Ole Wendt und Mario Blessing geteilt. „Bei neun Spielen in elf Tagen brauchen wir auch alle drei, und jeder hat andere Stärken“, freut sich U-20-Bundestrainer Frank Menz. Schröder habe dank seiner Schnelligkeit seine besonderen Qualitäten defensiv sowie im Spiel eins gegen eins. „Und er macht mit seinem großen Selbstvertrauen Dinge, die andere nicht machen.“ Dabei fehle dem Phantoms-Akteur nur noch etwas mehr Konstanz bei den guten Aktionen.
Nachdem die Mannschaft um den zweiten Braunschweiger Daniel Theis im Vorjahr sensationell EM-Fünfter geworden war – das beste Abschneiden seit Jahren –, sind die Erwartungen natürlich hoch. Menz versucht sie zu dämpfen. „In meinen Augen war das letztes Jahr ein positiver Ausrutscher von uns als Underdogs.“ Neben Schröder sind sechs weitere neue Spieler dabei.
U-20-Europameisterschaft 2012
Endrunde in Slowenien
Gruppenspiele in Kranjska Gora
Donnerstag: Deutschland – Frankreich
Freitag: Deutschland – Serbien
Samstag: Deutschland – Montenegro
Modus: Die ersten drei Teams der Gruppe erreichen die Zwischenrunde.
Statistik Dennis Schröder bei der U-18-EM 2011: 13,5 Punkte, 3,0 Rebounds, 4,9 Vorlagen.
Statistik Daniel Theis bei der U-20-EM 2011: 12,7 Punkte, 8,7 Rebounds, 1,3 Blocks.



