Das Duell mit dem Meister spornt die Phantoms an
Braunschweig Braunschweigs Basketballer können am Sonntag gegen Bamberg befreit aufspielen. Ein Profi ist ganz besonders motiviert.
Der unverhoffte Auftritt in der Startformation am Donnerstag in Quakenbrück hat Erik Land beflügelt, war ein willkommenes Warmlaufen für das Duell am Sonntag (17 Uhr, VW-Halle) gegen sein altes Team. Denn der 22 Jahre alte Neu-Braunschweiger hat das Basketballspielen in Bamberg gelernt. Und so ist er mit zwei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen 2010 und 2011 der erfolgreichste Bundesliga-Profi der Phantoms neben Immanuel McElroy.
Allerdings durfte Land zu diesen Meriten des BBL-Ausnahmeteams der vergangenen drei Jahre nur im Training und in 22 Kurzeinsätzen zu zweieinhalb Minuten im Schnitt beitragen. Nach einem Jahr in der Pro A in Homburg hat er seine Spielzeit bei den Braunschweigern erheblich ausgedehnt. In zwölf Spielen mit durchschnittlich acht Minuten erzielte er 2,7 Punkte und holte 1,7 Rebounds.
Deshalb sei er auch nicht nervös gewesen, als ihn Trainer Kostas Flevarakis in Quakenbrück plötzlich in die Startfünf beorderte, erzählt Land. Stammcenter Eric Boateng hatte nach übervorsichtigem Aufwärmen abgewunken. Seine Muskelverhärtung in der Wade ließe keinen Einsatz zu. 2,05-Meter-Mann Land bot 14 solide Minuten gegen die athletisch überlegenen Gegenspieler und war sogar bester Rebounder der Braunschweiger.
Am Sonntag wünscht er sich aber lieber wieder Verstärkung durch Teamkollege Boateng. „Ich hoffe, dass Eric spielen kann“, sagt Land. „Denn sonst wird’s nochmal ’ne Ecke schwieriger, gegen Bamberg zu gewinnen.“ Um überhaupt in die Nähe eines solchen Coups kommen zu können, müssten die Phantoms ihre Rebound-Schwierigkeiten abstellen, die sie ohne den Center in Quakenbrück hatten, betont Land.
Boateng gibt sich optimistisch: „Ich arbeite daran, am Sonntag wieder dabei zu sein“, sagt der britische Nationalspieler, der mit 14,2 Punkten und 8 Rebounds in seinen jüngsten fünf Begegnungen eine Bank unter dem Korb war.
Worauf Land sich neben dem Wiedersehen mit den ehemaligen Teamkollegen noch freut: Gegen das Ausnahmeteam der Liga können die Phantoms auch mal in eigener Halle ohne Druck unverkrampft aufspielen. „Wir haben nicht viel zu verlieren, jeder rechnet damit, dass Bamberg uns schlägt“, verdeutlicht er. „Aber wir sind sehr motiviert und glauben an uns.“ Es sei der Sportlerehrgeiz, überzeugt zu sein, dass es immer eine Siegchance gebe. Gegen einen Top-Gegner wie Bamberg anzutreten, sporne jeden besonders an.
Deshalb setzt auch Sportdirektor Oliver Braun darauf, sein Team an der oberen Leistungsgrenze spielen zu sehen. Zuletzt seien doch viele Profis zu inkonstant gewesen. „Das macht es auch schwer für den Trainer, wenn er in jedem Spiel wieder neu austesten muss, wer gerade eine gute Tagesform bietet“, rügt Braun.
