Das Bayern-Bohei ausblenden und siegen
Phantoms-Basketballer fliegen selbstbewusst nach München
Von Ute Berndt
Bastian Schweinsteiger ist beim DFB unabkömmlich, aber Uli Hoeneß dürfte da sein, wenn Bayern Münchens Basketballer am Samstagabend Heimpremiere feiern. Und weil die Braunschweiger dabei deren Gäste sind, kommen sie schon wieder in den Genuss einer Fernsehübertragung.
Ansonsten allerdings wirkt Phantoms-Trainer Sebastian Machowski eher genervt, wenn die Rede auf den Hype um Neuling Bayern kommt. "Die Halle wird voll sein, und uns erwartet ein heißer Tanz bei einem Gegner, der unbedingt gewinnen will, nachdem er auswärts verloren hat. Aber ansonsten übersteigt das Bohei sicher die Bedeutung dieses Spiels", sagt Machowski.
Dass seine Mannschaft den Auswärtstrip ebenfalls zu etwas Besonderem macht, weil sie erstmals per Flugzeug reist, sei dem nächsten Heimspiel geschuldet. Denn schon Mittwoch erwarten die Phantoms Alba Berlin. "Da wollten wir vorher nicht noch eine Nacht im Bus verbringen", erläutert der Coach.
Für sein Team sei es wichtig, nach dem überzeugenden Auftakt gegen Hagen eine gute Leistung nachzulegen und sich weiterzuentwickeln. "Wir müssen vor allem konstanter spielen und weniger Fehler machen als beim Champions Cup in Bamberg", fordert Machowski.
Gelänge das, müsste die Braunschweiger wie angestrebt um den Sieg mitspielen können. Denn so stark wie der seit Jahren eingespielte Meister sind die Bayern trotz ihrer vielen Hochkaräter im Team noch nicht einzuschätzen.
Zumal der eigentliche Star noch gar nicht verpflichtet ist. Nach der Vertragsauflösung von Top-Verdiener Sharrod Ford suchen die Münchener einen neuen Kracher unter dem Korb, schauen sich sogar in der NBA um. Machowski hofft natürlich, dass der Center nicht schon heute aus dem Hut gezaubert wird. "Das ist auch so eine Allstartruppe mit der halben Nationalmannschaft und hochkarätigen Ausländern." Aber er hat beim Videostudium auch Ansatzhebel gefunden, wie der Gegner zu packen ist. Bonn hatte es am Montag vorgemacht und damit in der VW-Halle großen Beifall bei den Phantoms-Fans ausgelöst.
Ein Schlüssel soll eine gute Verteidigung gegen Liga-Urgestein Aleksandar Nadjfeji sein. Mit 34 Jahren ist der Serbe momentan Dreh- und Angelpunkt des Bayern-Spiels, sammelte in Bonn 25 Punkte sowie 13 Rebounds. "Wir müssen ihn unter dem Korb aus dem Spiel nehmen", fordert Machowski und setzt auch auf die Tipps, die Immanuel McElroy den Kollegen Rich Melzer und Nils Mittmann geben kann. McElroy hatte zusammen mit Nadjfeji 2006 im Kölner und 2008 im Berliner Trikot den Meistertitel gewonnen.
Und wenn dann alles so klappen sollte, wie Machowski es sich vorstellt, dürften in der Liga neben den Bayern auch mal die Phantoms ein größeres Thema sein.
Bayern München – Phantoms Braunschweig, Samstag, 18 Uhr, Sport1.


