Braunschweigs ärgste Konkurrenten bei der Tanz-WM
Am Donnerstag reisen die ersten Mannschaften an. Am Samstag wird in Braunschweig der Weltmeister im Standard-Formationstanzen ermittelt. Ein Favorit sind die Gastgeber vom Braunschweiger TSC. Wir stellen die ärgsten Konkurrenten vor.
Aus Westeuropa gibt es nur zwei Teams, die in der Weltspitze angesiedelt sind, die Braunschweiger und die Tänzer des 1. TC Ludwigsburg. Die Schwaben, die Rekord-Weltmeister sind (zehnmal), hatten es nicht leicht, einen würdigen Nachfolger für die phänomenale Choreographie "Barcelona" zu finden. Es ist allerdings auch schwierig, nach einem großen Wurf Gleichwertiges nachzulegen. "Bohemian Rhapsody" mit Musik der Gruppe Queen heißt die Kür, die Ludwigsburg seit vergangenem Jahr tanzt und auch am Samstag zeigen wird. Im vergangenen Jahr war das Team Dritter bei der WM. Eine Medaille soll unbedingt auch diesmal herausspringen.
Der größte Favorit auf den Sieg ist natürlich immer der Titelverteidiger. Die Polen von Jantar Elblag siegten im Vorjahr zu Hause knapp vor Braunschweig. Die Wertung war umstritten, weil Elblag zwar sehr gute Tänzer in der Mannschaft hat, sich aber für viele Experten im Vortrag einfach zu sehr auf Show-Elemente konzentrierte, die nichts mit Standardtanzen zu tun haben.
Elblag wird nicht mehr von der Deutschen Ariane Schießler trainiert. "Ich wollte noch einmal Weltmeisterin werden. Das habe ich erreicht. Aus privaten Gründen bleibt mir nicht mehr genug Zeit, um das polnische Team so zu trainieren, wie es sein müsste", begründet die Berlinerin ihren Rücktritt. 1998 hatte sie Allround Berlin zum WM-Titel geführt – übrigens in Braunschweig. Gastgeber BTSC hatte sich damals nicht qualifizieren können.
Großes erwarten dürfen die Tanzsport-Fans von den russischen Mannschaften. Impuls Chelyabinsk aus der Nähe des Urals war Stammgast in allen Endrunden internationaler Meisterschaften der vergangenen Jahre. Noch stärker hat sich Vera Tyumen in der absoluten Weltspitze etabliert. Das Besondere an dieser Mannschaft: Sie kann Standard und Latein gleichermaßen gut, hat deshalb vergangenes Jahr auf einen Start bei der Standard-WM in Polen verzichtet, weil eine Woche darauf die Latein-WM in Moskau stattfand. Und dort wurde Tyumen Weltmeister.
Zuletzt traten diese Russen aus Sibirien international bei der Europameisterschaft 2010 in Ludwigsburg auf – und wurden von den Braunschweigern nur ganz knapp besiegt. Allerdings war dort das polnische Topteam nicht am Start, um sich ganz und gar auf die WM in Elblag zu konzentrieren. In Braunschweig nun sind also erstmals seit 2009 wieder alle Spitzenteams dabei. Das macht den Titel für den Gewinner besonders wertvoll.
