Braun konnte von den Champions lernen
Braunschweig Der Phantoms Sportdirektor hat einige Tage beim neuen NBA-Meister Miami Heat hospitiert
Die Basketballer von Miami Heat sind am Ziel. Mit dem 121:106, dem vierten Sieg im fünften Spiel der Finalserie gegen Oklahoma City Thunder, sicherten sie sich die NBA-Meisterschaft. In Braunschweig drückte Oliver Braun die Daumen und freut sich mit seinen neuen Bekannten: Der Sportdirektor der Phantoms war vor einigen Wochen in Miami, um in der Geschäftsstelle der Heat zu hospitieren.
Auch wenn er mit dem abgeschotteten Team keinen Kontakt hatte – besonders beeindruckt hat den Braunschweiger Miamis Superstar LeBron James, der Dirk Nowitzki als bester Spieler der Finalserie beerbte und im letzten Spiel ein „Triple Double“ (26 Punkte, 11 Rebounds, 13 Vorlagen) schaffte. „Er ragt heraus, kann auf vier Positionen spielen, hat eine tolle Kämpfermentalität und nochmal eine ganz andere Präsenz als die anderen Stars“, schwärmt Braun. „Die Mannschaft steht und fällt mit ihm – das war mir vorher gar nicht so aufgefallen.“
Möglich machte Brauns Stippvisite der ehemalige Braunschweiger Trainer Chat Kammerer, unter dessen Regie Braun vor rund 15 Jahren bei der SG Braunschweig gespielt hatte. Kammerer ist mittlerweile Vizepräsident und Personalchef beim NBA-Champion. Und auch Heat-Cheftrainer Eric Spoelstra, einst Spielmacher in Herten, kennt Braun noch aus der Bundesliga.
Zunächst verbrachte der Gast aus Deutschland mit Kammerer und seinen Scouts einige Tage in einem großen Camp, wo sich die College-Basketballer für die NBA empfehlen wollen. „Dort sieht man interessante Leute, kann die Entwicklung unserer Sportart ganz gut verfolgen und knüpft Kontakte“, erzählt Braun.
Zusammen mit den Kollegen aus Miami führte er Gespräche mit Spielern und Agenten, dann tauschte man sich aus. Und der Braunschweiger half den Amerikanern mit Tipps aus der Bundesliga. „Die wollten Informationen über Talente wie Daniel (Theis) oder Dennis (Schröder) und wissen, wen sie in die Sommerliga einladen können.“
Ein Neuzugang der Phantoms könnte dieser Zusammenarbeit entspringen. „Ich habe einen sehr interessanten Spieler aus dem Camp auf der Liste“, verrät Braun. „Aber wir müssen noch abwarten, ob er eventuell den Sprung in die NBA schafft.“ Von den Kontakten zu den Heat-Scouts sowie dem Austausch von in Deutschland schwer zu bekommenden Daten und Spielerprofilen werde er noch länger zehren, ist Braun überzeugt.
Vom Besuch im Reich der Heat in Miami hingegen, wo der 39-Jährige hinter die Kulissen aller Abteilungen und Räumlichkeiten von der Spielerkabine bis zum Merchandising-Shop schauen durfte, ließen sich nur wenige Impulse nach Braunschweig transferieren, glaubt er. „In der Organisation machen die nicht viel anders als wir – nur sind überall ein paar Nullen mehr an den Zahlen“, sagt Braun. „Da habe ich mich mehr bestätigt gefühlt, als dass ich wirklich neue Dinge erfahren hätte.“



