Boatengs Ausfall schwächt die Phantoms zu sehr
Braunschweig Braunschweigs Bundesliga-Basketballer halten in Niedersachsen-Duell lange Zeit gut mit. Am Ende heißt es jedoch 75:85 (38:38).
Nach dem Aufwärmen gab es in der Kabine die Hiobsbotschaft für Braunschweigs Basketballer: Eric Boateng musste passen. Eine Muskelverletzung in der Wade, die er sich wohl bereits am Montag zugezogen hatte, ließ den Einsatz des Centers in Quakenbrück nicht zu. Und an diesem Problem scheiterten die Phantoms am Donnerstagabend.
Lange Zeit verkauften sie sich zwar sehr gut und durften bis Anfang des Schlussviertels auch noch vom Sieg träumen. Doch im Endspurt des Niedersachsenduells nutzte der Favorit die Schwächung der Gäste gnadenlos aus und feierte einen ungefährdeten 85:75 (38:38)-Erfolg, der beim 81:68-Zwischenstand durch den stark aufspielenden Ex-Braunschweiger Demond Mallet eineinhalb Minuten vor Schluss perfekt war.
„Artland hat zu viele Rebounds bekommen, das hat uns weh getan“, analysierte Erik Land, der für Boateng in die Startaufstellung gerückt war. 41:29 zugunsten der Dragons lautete am Ende die Bilanz beim Erobern des abspringenden Balls. „Quakenbrück hat extrem gut am Brett gearbeitet, bei den Rebounds haben wir das Spiel leider nicht in den Griff bekommen, und das hat uns das Genick gebrochen“, bedauerte Robert Kulawick, der sein Team mit fünf Dreiern bei sechs Versuchen lange Zeit im Rennen gehalten hatte.
In Hälfte eins hatten die Braunschweiger ihr Problem noch sehr gut kompensiert. Zwar offenbarten sie von Beginn an ihre Schwachstelle, weil die Gastgeber, eine im Vergleich zu anderen Konkurrenten unter dem Korb besonders stark besetzte Mannschaft, den Boateng-Vertretern Erik Land und Nick Schneiders dort athletisch klar überlegen waren. Doch die Phantoms hielten mit mehr Schwung von außen gut dagegen.
Alle kleinen Spieler des Teams präsentierten sich zunächst hellwach, mutig und treffsicher. Von der Bank kamen starke Impulse. Nils Mittmann, Thad McFadden, Jeremiah Davis und Robert Kulawick punkteten jeweils mit ihrem ersten Wurf. Das gab Selbstvertrauen.
In der Verteidigung reagierte die Mannschaft mit einer Zonenverteidigung. Doch wenn sie sich damit unter dem Korb zusammenzog, fing sie sich zu viele Dreipunktetreffer des Gegners ein. Mallet traf gleich drei bei vier Versuchen in Hälfte eins.
Aber die Braunschweiger trafen ebenfalls gut von außen. Und so war das Niedersachsenduell in Hälfte eins ein Krimi. Kein Team konnte sich mit mehr als vier Punkten absetzen.
Nach dem Seitentausch hatten die favorisierten Gastgeber das Phantoms-Malheur jedoch noch besser analysiert und begannen zielstrebiger, es auszunutzen. Viel aggressiver warfen sich die langen Leute nun Richtung Korb, wo Boateng als Bollwerk fehlte, und eroberten sich zur Not per Offensivrebound zweite und dritte Wurfchancen. Die erste Attacke der Dragons zum 61:52 (28.) konterten die Phantoms und blieben bis zum 66:62 durch einen Kulawick-Dreier (32.) im Spiel. Aber als es Trainer Kostas Flevarakis nach dem vierten Foul von Nick Schneiders (32.) wieder mit seiner kleinen Aufstellungs-Variante mit Harding Nana als Notcenter versuchte, war das nicht von Erfolg gekrönt. Quakenbrück dominierte am Brett und machte dort den Sack zu.
„Eric hat uns heute sehr gefehlt, in der Verteidigung wie im Angriff“, bilanzierte Flevarakis. Der Fehler im Teamspiel sei dann gewesen, dass sich die Spieler zu stark gegenseitig aushelfen wollten, anstatt zu versuchen, den eigenen Gegenspieler zu stoppen. „Und das haben die erfahrenen Quakenbrücker Spieler clever ausgenutzt.“



