Aus Fairness Bronze verschenkt
Die Braunschweiger Laufende-Scheibe-Schützin Silke Abramovic hilft beim internationalen Turnier in Pilsen Russin mit Munition aus und fällt zurück.
Die Schießwettbewerbe auf die Laufende Scheibe sind seit einigen Jahren nicht mehr olympisch. Deshalb gibt es auch keine Weltcup-Wettbewerbe mehr. Wohl aber werden regelmäßig quasi als Ersatz internationale Wettkämpfe ausgetragen, so wie am Wochenende im tschechischen Pilsen. Und stets dabei ist die Braunschweigerin Silke Abramovic. Und die deutsche Spitzenschützin hat sich im Kampf um Medaillen als lupenreine Amateurin fast immer mit staatlich angestellten Russinnen auseinanderzusetzen, Vollprofis also.
In Pilsen war Silke Abramovic mit ihren erzielten Ringen nicht ganz zufrieden, wohl aber mit ihren Platzierungen. Im sogenannten Normalwettbewerb, 20 Schuss Langsamlauf der Scheiben, 20 Schuss Schnelllauf, holte sie Silber. Als Vierte war sie hinter drei Russinnen in die K.o.-Runde der besten Vier gekommen und besiegte im Halbfinale ihre langjährige Konkurrentin Irina Izmalkova mit 6:3, musste sich dann aber im Finale Olga Stepanova mit 4:6 beugen. "Das war ein wirklich gelungener Saisonauftakt. Ich bin sehr zufrieden", sagte Abramovic.
Gestern belegte sie im Mix-Wettbewerb, in dem es kein Medal-Match gibt, den vierten Rang und war stolz, wenigstens eine Russin hinter sich gelassen zu haben. Fast hätte es sogar zu Bronze gereicht. Denn Izmalkova passierte ein katastrophales Missgeschick. Sie hatte nicht genug Munition mit an den Stand gebracht. Am Ende fehlte ihr ein Schuss. Doch die neben ihr schießende Abramovic half selbstlos aus – und verlor den Bronzeplatz.
"Wir kennen uns schon so lange. Im umgekehrten Fall hätte ich auch von ihr erwartet, dass sie mir hilft", kommentierte Abramovic ihre Geste absoluter Fairness. "Und sie hat meine Munition gut genutzt. Ein Prachtschuss, mitten in die Zehn."
Juniorin Sarah Pomerien von der BSG belegte in ihren Wettbewerben die Ränge fünf und sieben.



