Abstieg nach 25 Jahren Judo-Bundesliga
Bis Dienstag hatte Honner Hornuß gehofft. Mehr noch, er war sich seiner Sache recht sicher gewesen. Doch als er sich dann telefonisch vergewissern wollte, kam der Tiefschlag: Die Zweitliga-Judoka des BJC werden wohl trotz Ligaaufstockung absteigen müssen.
Zunächst hatte die Braunschweiger, die in der zweiten Liga Letzter der Achterstaffel geworden waren, eine gute Nachricht ereilt: Der Deutsche Judobund hat beschlossen, die zweite Liga von acht auf zehn Klubs aufzustocken. Beinahe hätte Teamchef Hornuß da schon den Sekt aus dem Kühlschrank geholt.
Doch der Teufel steckt im Detail: Der Staffelletzte muss trotzdem absteigen, dafür dürfen in Eberswalde und RW Essen gleich zwei Regionalligisten aufsteigen. "Warum das so sein soll, ist mir schleierhaft", klagt Hornuß.
"Ich war zuversichtlich, aber jetzt habe ich keine große Hoffnung mehr", sagt der Braunschweiger, um ein paar Sätze später – unter Verweis auf das "Durcheinander" in der Entscheidungsfindung bei den Judo-Gremien – zu versichern, man werde um jede noch so kleine Chance zum Ligaverbleib kämpfen. Denn die Entscheidung des DJB ist noch nicht endgültig. Erst muss noch der Ligaausschuss zustimmen, was Ende November passieren soll.
Dass er diesmal eine schlagkräftigere Mannschaft aufbieten könnte als die der Vorsaison, die nur einen Punkt geholt hatte, davon ist Hornuß überzeugt. "Wir führen gerade Gespräche mit neuen Sponsoren und haben etwas in Aussicht", berichtet er. "Und es würden auch neue, starke junge Leute vom Landesverband für uns antreten, die schon international erfolgreich sind – beides allerdings nur in der zweiten Liga."
Stattdessen droht nun die 25-jährige Bundesliga-Geschichte des BJC tatsächlich zu Ende zu gehen. Vorläufig zumindest. "Denn unser klares Ziel würde natürlich sofortiger Wiederaufstieg heißen", betont Hornuß. Würde. Denn noch hat er die Hoffnung auf ein Schlupfloch ins Unterhaus nicht ganz aufgegeben: "Im Judo ist ein Kampf erst beendet, wenn der Gong kommt."



