Gala im EM-Test: DHB-Frauen deklassieren Rumänien

Hamm  Die deutschen Handball-Frauen fahren mit dem Schwung einer Testspiel-Gala zur EM nach Serbien. Neun Tage vor Beginn des Turniers deklassierte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Hamm Rumänien mit 30:9 (16:4).

Heine Jensen hat sich mit den Handball-Frauen gegen Rumänien revanchiert.

Foto: Marius Becker

Heine Jensen hat sich mit den Handball-Frauen gegen Rumänien revanchiert. Foto: Marius Becker

Damit revanchierte sich das Team von Bundestrainer Heine Jensen im zweiten und letzten Test eindrucksvoll für die 25:28 (14:11)-Niederlage vom Vortag in Münster. Vor 1719 Zuschauern in der Maxipark-Arena führte der Gastgeber die Rumäninnen mit energischer Abwehr und spielerischem Glanz vor. In ihrem 200. Länderspiel warf Kreisläuferin Anja Althaus sechs Tore.

Am 3. Dezember reist die deutsche Mannschaft nach Serbien. Dort ist zwei Tage später in Novi Sad Spanien EM-Auftaktgegner in der Gruppe C. Es folgen Ungarn am 5. Dezember und zum Vorrundenabschluss Kroatien am 7. Dezember. Die ersten drei Mannschaften qualifizieren sich für die Hauptrunde am gleichen Ort.

«Leidenschaft - Emotionen - Kampf - Willenskraft», stand in der Maxipark-Arena in roter Schrift an der weißen Wand auf dem Weg in die Kabine der deutschen Spielerinnen. Alle vier Eigenschaften hatten sie bereits am Vortag in Münster an den Tag gelegt. Und dennoch verloren. Ein schwacher Start mit 1:5 (9.) und vor allem ein Einbruch zu Beginn der zweiten Halbzeit, als durch einen 0:6-Lauf aus einem 15:11 (31.) ein 15:17 (38.) wurde, verhinderten den möglichen Sieg. «Das sind elf Tore, die uns fehlen», monierte Jensen, «wir haben leider die kleinen Löcher, in die wir reinfallen. Da haben wir noch was zu lernen.»

Dennoch attestierte DHB-Sportmanager Heiner Brand dem Frauen-Team eine hohe Qualität. «Die Mannschaft hat relativ viel Power. Sie muss nur die Fehler reduzieren», befand der einstige Männer-Bundestrainer. Nach seiner Ansicht kann der WM-17. von Brasilien 2011 bei der EM eine gute Rolle spielen. «Ich kann die Leistungsstruktur der anderen Mannschaften nicht so beurteilen. Aber unsere Mannschaft wird sicherlich besser abschneiden als in Brasilien. Wenn sie die Vorrunde gut übersteht, ist vieles drin», meinte Brand.

Als Bereicherung für das deutsche Spiel befand er Rückkehrerin Susann Müller, «so lange sie Kraft hatte». Die Rückraumspielerin von Krim Ljubljana hatte in Münster nach zwei Jahren Abstinenz ihr Comeback in der Nationalmannschaft gefeiert und war mit sechs Treffern beste Torschützin.

In Hamm kam Susann Müller offensiv nicht in gleichem Maße zum Zuge. Vielmehr war eine im Gegensatz zum Vortag kompromisslose Abwehr Grundlage für die Dominanz. Mit einem 7:0 (12.) enteilte die DHB-Auswahl bereits vorentscheidend und baute den Vorsprung bis zur Pause gar auf 16:4 aus. Auch im zweiten Durchgang war die Defensive das Herzstück des deutschen Spiels. Zudem wurden die Torchancen konsequent genutzt. Anja Althaus besiegelte mit ihrem sechsten Treffer das 23:5 (44.). (dpa)

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