Deutsche Amateurboxer beim Millionenspiel Weltliga

Hamburg  Die Weltliga der Amateurboxer ist so lukrativ wie nie: Es geht um ein Preisgeld von einer Million Dollar. Am Wochenende startet die dritte Auflage der World Series of Boxing (WSB), die zwölf Mannschaften in zwei Gruppen umfasst.

Ronny Beblik (l) boxt für das deutsche Team.

Foto: Sergei Ilnitsky

Ronny Beblik (l) boxt für das deutsche Team. Foto: Sergei Ilnitsky

«Das ist die Champions League des Boxens», schwärmte Jürgen Kyas, Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV). Waren im Vorjahr Städte-Staffeln am Start, so sind es jetzt Nationalteams. Die deutsche Mannschaft nennt sich German Eagles. Erster Auftritt ist am Samstag im Mediolanum Forum von Mailand gegen Italia Thunder. Am 23. November folgt im Kuppelsaal von Hannover der erste Heimauftritt gegen die Ukraine Otamans.

Im vergangenen Jahr wurden nur 500 000 Dollar Preisgeld ausgelobt. «Darin sieht man den gewachsenen Stellenwert», sagte Kyas. Das deutsche Team besteht aus 18 Boxern, fünf kommen pro Kampftag (Bantam-, Leicht-, Mittel-, Halbschwer-, Schwergewicht) zum Einsatz. Es gibt Hin- und Rückkämpfe. Die deutschen Adler müssen gegen Großbritannien, Italien, Kasachstan, die Ukraine und die USA ran. In der anderen Gruppe kämpfen Argentinien, Algerien, Aserbaidschan, Mexiko, Polen und Russland.

«Die Finanzierung erfolgt über eine Agentur des Weltverbandes AIBA», berichtet DBV-Sportdirektor Michael Müller. 1,2 Millionen Euro umfasst der Etat für die deutsche Staffel. «Das Geld von der AIBA ist eine Anschubfinanzierung. Später wollen wir das mit einer eigenen Agentur leisten, die Sponsoren und einen TV-Partner gewinnt.» Andere Teams haben es leichter, Geld aufzutreiben: Die Italiener beispielsweise werden vom Mode-Unternehmen Dolce & Gabbana gesponsert.

«In der WSB sind olympische Medaillengewinner zu sehen. Das ist richtig gutes Boxen», schwört Müller. «Besser als bei den Profis. Da sind von 100 Kämpfen doch höchstens zehn auf oberstem Niveau.» Geboxt werden nicht die üblichen drei, sondern fünf Runden a drei Minuten. Zudem gibt es weder Kopfschutz noch Trikot. Präsident Kyas fühlt sich geehrt: «Nicht jede Nation, die wollte, darf auch mitmachen. Das zeigt, welchen Ruf wir im Weltverband genießen.»

Für die Eagles gehen beispielsweise der WM-Dritte Erik Pfeifer aus Lohne, der Olympia-Fünfte Stefan Härtel aus Berlin und der frühere WM-Dritte Ronny Beblik aus Chemnitz an den Start. Zum Team gehören ausländische Gaststarter wie der Moldauer Europameister Veaceslav Gojan und der EM-Dritte Nicolae Andreiana aus Rumänien. Die deutsche Staffel will weiter als im vergangenen Jahr kommen: Da scheiterten die Leipzig Leopards im Viertelfinale. (dpa)

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort