Zu wenig verlässliche Größen im Team der Phantoms

Braunschweig  Braunschweigs Basketballer nach der Hinrunde in der Einzelkritik. Nur Schröder, McElroy und Boateng spielen derzeit konstant.

Der Jüngste war der Beste: Dennis Schröder hat in der Hinrunde in unserer Einzelkritik die beste Durchschnittsnote bekommen.

Foto: Frank Rieseberg

Der Jüngste war der Beste: Dennis Schröder hat in der Hinrunde in unserer Einzelkritik die beste Durchschnittsnote bekommen. Foto: Frank Rieseberg

Die Hinrunde ist gelaufen, und Braunschweigs Basketballer schweben in akuter Abstiegsgefahr. Warum, das wird beim Blick auf unsere Einzelkritik und die Durchschnittsnoten klar: Viel zu wenige Spieler rufen konstant eine Leistung auf ihrem oberen Niveau ab. Zu oft gab es pro Partie nur zwei bis vier Leistungsträger.

Und so schön und spektakulär es ist, dass Team-„Küken“ Dennis Schröder mit seinen 19 Jahren der beste und durchsetzungsfähigste Phantoms-Profi ist – es spricht gegen die Verpflichtungspolitik der Verantwortlichen auf den Import-Positionen. Die kleinen neuen Spieler, die eigentlich das Prunkstück des neuen Teams bilden sollten, enttäuschen bislang. Nur mit einer Steigerung des Trios Anderson, Davis und McFadden können die Phantoms aus dem Tabellenkeller kommen.

Dennis Schröder (Noten-Schnitt 2,35)

Vom Lehrling zum Allstar in vier Monaten. Das muss dem Braunschweiger Eigengewächs erstmal jemand nachmachen. Zahlt das große Vertrauen, das Trainer Kostas Flevarakis ihm schenkt, mit Klasse-Leistungen zurück. Der beste und korbgefährlichste Aufbauspieler des Teams. Übernimmt wie selbstverständlich die Verantwortung, verteidigt die Stars der Liga unerschrocken und wirkungsvoll. Doch natürlich kann er mit 19 Jahren noch keine abgebrühte Führungskraft sein.

Statistik: 25 Min., 12,1 Pkt, 46% Dreier, 3,2 Vorlagen, 2,5 Rebounds, 2,6 Ballverluste.

Immanuel McElroy (2,74)

Der Routinier trägt die Phantoms bislang als Cheforganisator auf dem Feld durch die Saison. Eine Bank für das Team auf zeitweise vier Positionen. Gewohnt stark in der Verteidigung, beim Rebound, bei den Anspielen. Muss aber wegen der Schwäche der Mitspieler für seinen Geschmack zu viel Wurf-Verantwortung übernehmen und liefert wegen seiner schwächeren Trefferquote von 40 Prozent zu wenig Punkte.

Statistik: 30 Min., 7,4 Pkt., 3,4 Rebounds, 2,6 Vorlagen, 1,1 Ballgewinne

Eric Boateng (2,88)

Wäre der Center früher verpflichtet worden, stünden die Phantoms wohl besser da. Der britische Nationalspieler brauchte lange, bis er nach verpasster Vorbereitung ins Team und zu seiner vollen Leistungsstärke fand. Seit neun Spielen eine Bank unter dem Korb mit seiner Athletik, Schnelligkeit, hohen Treffsicherheit und Reboundqualität.

Statistik: 22 Min., 9,4 Pkt., 71% Trefferquote, 6,6 Rebounds.

Robert Kulawick (3,24)

War schon zweimal Topscorer, ging allzu oft aber auch ohne Punkte vom Feld. Sein Dreier fällt zu inkonstant für einen Spezialisten. Ansonsten etwas vielseitiger geworden, zieht auch mal zum Korb und gibt gute Center- anspiele, könnte dies noch öfter tun. Defensiv engagiert und solide.

Statistik: 16 Min., 5,7 Pkt., 40% Dreier

Harding Nana (3,32)

Der kamerunische Nationalspieler ist ein toller Kämpfer, der lange zuverlässig zweistellig punktete und gut reboundete, dann aber in ein Loch fiel. Muss als relativ kleiner Spieler unter dem Korb viel zu hart ackern, um richtig effektiv sein zu können. Eher schwache Trefferquote und zu viele Ballverluste für einen so erfahrenen Mann.

26 Min., 10,9 Pkt., 5,2 Rebs, 2,2 Ballverluste

Casey Mitchell (3,32)

Ein begnadeter Werfer, der aber ungeahnte Defensivschwächen zeigte und sich zu leicht von harter Verteidigung aus dem Konzept bringen ließ. Dennoch: Seit er angesichts seiner Knieverletzung nach elf Spielen durch Anderson ersetzt wurde, fehlen dem Team Punkte.

23 Min., 13,1 Pkt., 46% Quote, 2,6 Rebs.

Nils Mittmann (3,38)

Der Kapitän hat die relativ gute Note für seine mitreißende Präsenz in der Verteidigung bekommen. Im Angriff bislang kaum ein Faktor, und das ist angesichts der fünftlängsten Spielzeit aller Phantoms viel zu wenig. Unerklärlich schwache Trefferquote von 26 Prozent. Im Vorjahr waren es 47 Prozent!

21 Min., 3,3 Pkt., 3,5 Rebounds.

Erik Land (3,44)

Dem Ex-Bamberger merkt man bei seinen Kurzeinsätzen die gute Grundschule an. Aber gegen viele der gegnerischen Sprungwunder unter dem Korb nicht athletisch genug.

7 Min., 2,3 Pkt., 41 %, 1,5 Rebs.

Nick Schneiders (3,47)

Nach verletzungsbedingt schwachem Start hat sich der längste Bundesliga-Profi stabilisiert. Verschafft Center Eric Boateng Verschnaufpausen, bringt mit seiner Länge Gegenspieler aus dem Wurfrhythmus. Hat aber Probleme mit schnellen, kleinen Kontrahenten. Der Durchbruch lässt auch im dritten Jahr auf sich warten.

9 Min., 3,2 Pkt., 60% Quote, 1,9 Rebs.

Jeremiah Davis (3,5)

Sollte als erfahrener Spielmacher das Team lenken und Dennis Schröder bei dessen Entwicklung helfen. Wurde aber schnell vom Youngster als Regisseur Nummer eins überholt und dessen Assistent. Verteidigt gut, lässt aber Kreativität, Scorer- und Führungsqualitäten vermissen.

21 Min., 6,7 Pkt., 46 %, 1,5 Vorlagen

Thad McFadden (3,57)

Er sollte sein erstes Jahr auf diesem Niveau nutzen um zu lernen. Doch wenn Anderson und Davis nicht besser spielen, ist das im Gesamtpaket zu wenig. Der Amerikaner ist ein guter Werfer mit noch mehr Potenzial, defensiv aber zu leichtgewichtig.

15 Min., 5,4 Pkt., 40%, 1,2 Vorlagen

Jermaine Anderson (3,7)

Die Leistung, die man von einem international erfahrenen kanadischen Nationalspieler erwartet hatte, hat er in den ersten fünf Spielen noch nicht gezeigt. Seine katastrophale Trefferquote von nur 27 Prozent ist deshalb so schlimm, weil die Phantoms ihn im Tausch mit Topscorer Casey Mitchell geholt haben. Muss seine Rolle als Regisseur hinter/neben Schröder noch finden.

19 Min., 4,2 Pkt., 1,6 Vorlagen

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