Die Phantoms durften nur eine Hälfte lang träumen

Braunschweig  Basketball-Meister Bamberg zeigt den kampfstarken Braunschweigern nach deren starker erster Hälfte beim 67:83 (31:34) doch noch klar die Grenzen auf.

Sie hatten darauf gehofft, vorzeitig einen Silvester-Knaller zünden zu können und mit einer starken Leistung in der ersten Hälfte auch schon mal erwartungsvoll ein Streichholz angezündet. Doch dann bekamen Braunschweigs Basketballer am Sonntagabend zu spüren, was es heißt, gegen den Seriensieger der vergangenen dreieinhalb Jahre zu spielen.

Die Bamberger ließen ihnen mit ihrem perfekt getimten Teamspiel, ihrer Routine, ihrer Härte und natürlich ihren Einzelkönnern in der zweiten Hälfte keine Chance und siegten souverän 83:67 (34:31). „Das war ein Spiel, aus dem wir viel lernen konnten“, stellte Phantoms-Spielmacher Jeremiah Davis ernüchtert fest.

Zum Beispiel, dass man nicht gewinnen kann, wenn im Wesentlichen zwei Spieler die ganze Last im Angriff tragen müssen. Nur der von seiner Muskelverhärtung genesene, herausragend spielende Eric Boateng und Youngster Dennis Schröder waren immer korbgefährlich.

Lernen mussten die Braunschweiger auch, dass so ein Spiel auch zu einem frühen Zeitpunkt innerhalb von vier Minuten verloren gehen kann. Es waren nur winzige Unaufmerksamkeiten, sowie etwas Pech bei zwei Würfen, beim kurzzeitigen Ausscheiden Boatengs mit einer Ellenbogenverletzung und bei kleinlichen Schiedsrichter-Entscheidungen, die die Phantoms nach dem Seitenwechsel auf die Verliererstraße brachten. Nach 3:18 Minuten hatten sie ihr fünftes Teamfoul kassiert, Bamberg durfte nun bei jedem kleinen Kontakt an die Freiwurflinie.

„Da konnten wir nicht mehr so aggressiv verteidigen wie vorher, und das hat Bamberg gnadenlos ausgenutzt“, analysierte Kapitän Nils Mittmann. „Wahrscheinlich hätten wir das Risiko eingehen und unbeirrt weitermachen müssen.“ So aber zog der Meister von 36:37 (22.) auf 41:53 (26.) davon. „Und 12 Punkte Rückstand holt man gegen Bamberg eben nicht mehr auf“, weiß Mittmann.

Er selbst hatte mit einem Dreier zum 22:21 (15.) die einzige Führung seines Teams herausgeworfen und Ex-NBA-Star Bostjan Nachbar in der ersten Hälfte auf drei Punkten gehalten. Doch nach der Halbzeit drehte der Bamberger gegen den indisponierten Harding Nana auf und erzielte zwölf Punkte in kurzer Zeit.

Trotz der starken Leistung Boatengs, der von seinen Kollegen auch immer besser eingesetzt wird, hatten die Phantoms unter dem Korb klar das Nachsehen. „Zirbes, Ford und Nachbar haben uns da dominiert, und auch in der ersten Hälfte war das schon unsere Schwachstelle“, gestand Mittmann ein.

Bis zur Halbzeit allerdings hatten die Braunschweiger mit ihrer starken Verteidigung verhindert, dass der Spitzenreiter so richtig in seinen Rhythmus kommt. Auf den Außenpositionen wurde kollektiv tolle Defensivarbeit geleistet, wie auch Bambergs Trainer Chris Fleming anerkennend feststellte.

Als seine Mannschaft aber erstmals die zweistellige Führung erarbeitet hatte, spulte sie ihr Programm seelenruhig und mit einer Präzision ab, als würde sie es von einer Festplatte abrufen. Selbst dass die Gäste auf ihren angeschlagenen US-Spielmacher Sergerio Gipson verzichteten, fiel gar nicht weiter auf, so perfekt, wie da in Hälfte zwei ein Rädchen ins andere griff.

Bei den Phantoms saß der Stachel tief, dass sie ihrer Saison-Rekordkulisse von 4653 Zuschauern trotz allen Rackerns bis zum Schluss nicht wenigstens ein engeres Spiel bieten konnten. So starten sie nun nur als Tabellen-15. ins neue Jahr. Doch Kapitän Mittmann verspricht: „2013 machen wir es besser.“

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