Rauball fordert klares Votum von den Klubs

Frankfurt. Vor der Abstimmung über das umstrittene Sicherheitskonzept im deutschen Fußball hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich den Druck auf die 36 Profiklubs weiter erhöht. „Das Problem ist, dass einige Vereine das Thema nicht ernst nehmen. Sie haben eine Verantwortung, für die Sicherheit der Zuschauer im Stadion zu sorgen. Es kann nicht sein, dass einige Vereine sagen: Gewalt im Fußball? Nie gehört!“, sagte der CSU-Politiker.

Auch Ligapräsident Reinhard Rauball nahm die Vereine vor der morgigen Mitgliederversammlung in die Pflicht: „Meiner Meinung nach brauchen wir eine klare Entscheidung und keine Verschiebung.“

Rauball, zugleich Präsident von Meister Borussia Dortmund, erklärte: „Der Ligaverband steht vor einer Weggabelung. Es geht um die Frage: Können die Profi-Klubs ihre Hausaufgaben eigenverantwortlich machen und anschließend auch entsprechend selbstbewusst gegenüber Politik und Polizei auftreten?“ Er sei jedenfalls froh, dass die meisten Vereine das erkannt hätten.

Fans sehen keinen Druck

Dreiviertel-Mehrheit

Den Vertretern der 36 Profiklubs liegen 16 Anträge zum Sicherheitskonzept vor. Bei vier Anträgen – etwa Videoüberwachung – muss eine Dreiviertel-Mehrheit her. Bei allen anderen Anträgen reicht für einen Beschluss die einfache Mehrheit.

Fünf Vereine haben Bedenken

Der Hamburger SV, VfB Stuttgart, Werder Bremen aus der Bundesliga sowie Union Berlin und der FC St. Pauli aus der 2. Liga haben Bedenken, vor allem fordern sie mehr Zeit zum Beraten.

„Am Mittwoch muss erst mal gar nichts entschieden werden. Der Druck kommt von der Politik“, sagte Ben Praße von der Fan-Organisation „Unsere Kurve“. „Die Stadien sind sehr, sehr sicher. Der Druck ist gar nicht nötig.“
dpa

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