Phantoms erzwingen dritten Sieg in Serie

Würzburg  73:68-Triumph in Würzburg. Braunschweiger Korbjäger retten fast schon verlorenes Spiel in die Verlängerung und knüpfen Anschluss ans Mittelfeld.

Dennis Schröder (links) war von Würzburgs Maurice Stuckey und Co. nicht zu bremsen und erzielte die entscheidenden Punkte.

Foto: Pressepicture

Dennis Schröder (links) war von Würzburgs Maurice Stuckey und Co. nicht zu bremsen und erzielte die entscheidenden Punkte. Foto: Pressepicture

Der fulminante Hechtsprung, mit dem Thad McFadden in den Schlusssekunden den letzten Ballbesitz und somit den Sieg für die Phantoms rettete, stand sinnbildlich für den Kampfgeist der Braunschweiger Basketballer. Unglaublich, wie fest sie am Sonntag in der Würzburger „Turnhölle“ in nahezu aussichtsloser Lage noch an sich und ihre Erfolgschance glaubten. „Dabei stand alles gegen uns“, sagte Kapitän Nils Mittmann zutreffend.

Denn 17 Sekunden vor dem Ende schien eine Schiedsrichter-Entscheidung die Niederlage besiegelt zu haben. Beim Stand von 60:58 für Würzburg bekam Eric Boateng ein Technisches Foul gepfiffen. Er hatte sich beschwert, dass er bei der Reboundaktion zuvor festgehalten worden war. Zu den zwei Freiwürfen, die die Phantoms sich mit einem taktischen Foul ohnehin eingehandelt hatten, erhielt Würzburg also noch zwei weitere und den Ballbesitz.

„Aber wir hatten alle im Kopf, dass wir nicht wieder so eine knappe Niederlage kassieren wollten“, sagte Dennis Schröder. Er könnte als Held des Tages bezeichnet werden, wäre da nicht diese fulminante Team-Anstrengung gewesen, die noch über der nervenstarken Einzelleistung des 19-Jährigen Spielmachers stand.

Die Würzburger trafen nur zwei ihrer vier Freiwürfe zum 62:58 und hatten Einwurf. Doch die Phantoms stellten in der Verteidigung alle Passwege zu. Und tatsächlich: Immanuel McElroy fing den Ball ab. Auszeit.

Wieder auf dem Feld, ging es ganz schnell: McFadden bekam ein schnelles Anspiel und traf per Dreier zum 62:61. – Auszeit. Noch 10 Sekunden. Die Phantoms foulten Anderson, der traf nur einen Freiwurf zum 63:61, Harding Nana griff sich den Rebound. Noch neun Sekunden. Dennis Schröder nutzte sie, zog zum Korb und traf zum 63:63-Ausgleich.

„Beide Spielzüge, für Thads Dreier und meinen Korbleger, hatte uns der Coach angesagt“, berichtete der Youngster, dass Kostas Flevarakis im entscheidenden Moment die richtigen Ideen hatte. „Das hat uns natürlich für die Verlängerung gepusht.“

Es wäre auch bitter gewesen, wenn die Braunschweiger als Verlierer vom Feld gegangenen wären. Sie steckten den Ausfall der verletzten Casey Mitchell (Knie) und Nils Mittmann (Leiste) weg – Würzburg musste auf Leistungsträger John Little (Blinddarm-OP) verzichten – und waren mit einer taktischen Klasseleistung und leidenschaftlichem Einsatz 35 Minuten lang das bessere Team. 15 Punkte Vorsprung (27:42, 24.) zeugen davon. Doch im Schlussviertel ging dem Team im Hexenkessel die Energie aus, und zu allem Überfluss erinnerten die Schiedsrichter plötzlich mit Entscheidungen gegen Braunschweig an Würzburgs Heimvorteil.

Doch mit Beginn der Verlängerung und dem psychologischen Vorteil waren die Phantoms wieder guter Dinge. Die Nachspielzeit begann zwar mit drei haarsträubenden Ballverlusten, doch ihre Verteidigung stand. Und sie konnten noch eins draufsetzen: McElroy und Schröder stahlen dem Gegner jeweils den Ball, und 23 Sekunden vor Schluss behielt Schröder zweimal von der Freiwurflinie die Nerven, erzielte das 66:69.

Bloß keinen Dreier kassieren, hieß nun die Devise, und so griffen die Braunschweiger zu taktischen Fouls. Anderson traf zum 68:69, Schröder gegenüber zum 68:71. Noch 15 Sekunden. Dann vergab Würzburgs Jacobsen beide Würfe, doch der Ball sprang weit ab, bedrohlich in Richtung der Würzburger Dreierwerfer.

Es folgte McFaddens Hechtsprung über den Boden in die Flugbahn, er bugsierte die Kugel zu McElroy, und der erzielte mit der Schlusssirene den Endstand. „Da war so viel Herzblut heute“, jubelte Flevarakis.

Würzburg – Phantoms 68:73 n.V. (63:63, 25:35).

Braunschweig: Schröder 18 (33%, 8/8 Freiwürfe, 3 Vorlagen, 4 Ballverluste, 9 Fouls gezogen), Nana 13 (10 Rebounds, 5 Ballverluste), McElroy 11 (50%, 1/5 Dreier, 8 Rebounds, 3 Vorlagen, 3 Ballgewinne), Davis 9 (43%, 4 Vorlagen, 2 Ballgewinne), McFadden 8 (50%, 2/5 Dreier), Boateng 8 (60%, 9 Rebounds, 5 Ballverluste), Schneiders 6, Kulawick.

5. Foul: Boateng (44.), Nana (45.)

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