Endlich wieder ein Heimsieg – Phantoms legen nach

Braunschweig  Braunschweigs Korbjäger halten diesmal 40 Minuten Konzentration und Nervenstärke hoch. Das Ergebnis: Ein 76:65-Erfolg gegen Schlusslicht Gießen.

Das Abstiegsgespenst ist vertrieben – zumindest vorerst. Nach ihrem Coup beim Ligakrösus München behielten die Phantoms-Basketballer auch in eigener Halle die Nerven. Mit ihrem ungefährdeten 76:65 (40:38)-Erfolg gegen den Tabellenletzten Gießen 46ers unterstrichen sie ihren Aufwärtstrend. Es war der vierte Saisonsieg, erst der zweite in eigener Halle, in der die nur 2513 Zuschauer große Stimmung gemacht hatten und zufrieden nach Hause gingen.

„Psychologisch war es heute viel schwerer zu gewinnen als in München“, sagte Trainer Kostas Flevarakis und lobte sowohl seine Mannschaft als auch die Fans für den Kraftakt. Schlüssel zum Sieg war vor allem die starke und diesmal über 40 Minuten durchgehaltene Verteidigungsleistung des Teams. Gießen kam nicht zu seinen gefürchteten Schnellangriffen, und Topscorer Ryan Brooks (10 Punkte, im Schnitt 17) war bei Immanuel McElroy ebenso unter Kontrolle wie Spielmacher Dijuan Harris bei Dennis Schröder.

Die Phantoms mussten erneut auf den verletzten Kapitän Nils Mittmann verzichten. Topscorer Casey Mitchell spielte wegen einer Mandelentzündung nur fünf Minuten, und Thad Mc Fadden wurde gar nicht eingesetzt. So war es vornehmlich eine kleine Rotation von sechs Leistungsträgern – ergänzt um Nick Schneiders und Erik Land mit Kurzeinsätzen – die ihr Team nach zwei enttäuschenden Heimniederlagen wieder auf Kurs brachte.

Sprechchöre des Fanclubs verdiente sich Center Eric Boateng, der diesmal neben seiner starken Defensivleistung auch noch 21 Punkte mit guter Quote beisteuerte. Der britische Nationalspieler fühlte sich bestätigt: „Wenn wir gut zusammenkämpfen und -spielen, kommen meine Punkte automatisch.“ Zusammen mit McElroy, der vom Aufbau bis zum Powerforward vier Positionen spielte und drei Dreier traf, sowie Spielmacher Schröder, der bei der Spielzeit erstmals die 30-Minuten-Marke knackte, trug er die Phantoms durch die Partie.

Aber die Gießener – beflügelt von ihrem Sieg gegen Bonn – wollten sich nicht abschütteln lassen. Die erste Zehn-Punkte-Führung der Braunschweiger durch einen Schneiders-Dunking (33:23, 16.) konterten sie gegen die Bankspieler der Phantoms zum 40:41 (21.), ihrer einzigen Führung in der gesamten Partie. Mit der stärksten Formation an diesem Tag setzte sich das Flevarakis-Team schnell wieder ab. Harding Nana brachte das Team mit einem Ballgewinn und anschließendem Dunking zum 51:42 (25.) auf Siegkurs. Doch die Gießener wussten natürlich um die Probleme der Gastgeber, Führungen über die Zeit zu bringen. Mehrfach brachte der starke Powerforward LaQuan Powell (23 Punkte) sein Team nochmals auf fünf Punkte heran (60:55, 31.).

Doch ein drittes Mal in Folge ließen sich die Braunschweiger von einem Gegner aus dem Tabellenkeller nicht düpieren. Ein Dreier von Harding Nana zum 69:59 war das entsprechende Signal, Boateng machte mit dem 71:59 auf Zuspiel von Robert Kulawick alles klar.

„Unser Konzept geht langsam auf, das Zusammenspiel funktioniert immer besser“, freute sich Flevarakis, dem die Erleichterung anzumerken war. „Wir haben ja die ganze Zeit an unsere harte Arbeit, unsere Philosophie, unseren Teamgeist geglaubt“, meinte der Grieche. „Dass es sich jetzt auch wieder in Siegen auszählt, fühlt sich natürlich gut an.“

Die Mannschaft habe nach den Niederlagen noch härter und intensiver trainiert und sich nun dafür belohnt, meinte Robert Kulawick, der als frischgebackener Vater von Töchterchen Felice Sophia besonders vor Kraft gestrotzt und eine starke Allroundleistung inklusive drei Dreiern geboten hatte.

„Dieser Sieg war noch wichtiger als der in München“, meinte Sportdirektor Oliver Braun immer auch im Blick auf das Braunschweiger Publikum. Bei der spannende Frage, ob die Leistungen der beiden Erfolge nun einen dauerhaften Aufschwung begründen könnten, hielten sich die Braunschweiger aber noch zurück. „Wir haben jetzt zwei schwere Auswärtsspiele in Würzburg und Bremerhaven“, machte Flevarakis deutlich. „Mal gucken, ob wir da Punkte mitbringen können.“ Erst wenn das gelingen sollte, können sich die Phantoms weiter nach oben orientieren.

Phantoms: Boateng 21 (69%, 8 Rebounds, 2 Blocks, 2 Vorlagen), Schröder 14 (55%, 2/4 Dreier, 3 Vorlagen, 3 Ballverluste), Mc Elroy 13 (71%, 3/4 Dreier, 3 Vorlagen, 2 Ballgewinne), Nana 13 (29%, 3/8 Dreier, 7 Rebounds, 4 Vorlagen, 2 Ballgewinne), Kulawick 9 (3/6 Dreier, 4 Rebounds), Davis 4 (67%), Schneiders 2, Mitchell, Land.

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