Oliver Braun: „Die Jungs können viel mehr“

Braunschweig  Der Phantoms-Sportdirektor sieht vor allem Konzentrationsprobleme bei Braunschweigs Basketballern. Jeremiah Davis am Knöchel verletzt.

Spielmacher Jeremiah Davis (links, gegen den MBC) hat sich im Training den Knöchel verdreht und muss zumindest bis heute pausieren.

Foto: Rieseberg

Spielmacher Jeremiah Davis (links, gegen den MBC) hat sich im Training den Knöchel verdreht und muss zumindest bis heute pausieren. Foto: Rieseberg

Vor ihrem fünften Heimspiel gegen Tübingen sind Braunschweigs Basketballer richtig unter Druck geraten. Die ersten drei Partien gegen vermeintlich schwächere der 17 BBL-Gegner – Hagen, MBC und Frankfurt – haben sie schon verpatzt und können sich keine weitere Niederlage gegen einen Konkurrenten mit negativem Punktekonto erlauben. Denn wer aus dem Keller kommen will, braucht Siege gegen die direkten Rivalen.

„Aktuell stecken wir im Abstiegskampf“, räumt Phantoms-Sportdirektor Oliver Braun ein. Für den weiteren Saisonverlauf sehe er sein Team aber nicht unten in der Tabelle. Denn die Mannschaft habe in den vielen engen Spielen bewiesen, dass sie stark genug sei. Das momentane Problem sei vor allem ein mentales und somit leichter zu lösen als ein Qualitätsproblem.

„Natürlich haben wir keinen Marcus Goree im Team, aber die Jungs können viel mehr, als sie zuletzt gezeigt haben“, betont er. Quasi als ersten Schritt eines mentalen Aufbauprogramms hatte Braun nach der 59:61-Niederlage in Frankfurt in der Kabine eine emotionale Gardinenpredigt gehalten, wie sie selbst die dienstältesten Phantoms-Profis noch nicht gehört hatten. „Die Spieler müssen wach werden und endlich kapieren, dass in der Bundesliga 40 Minuten Konzentration nötig sind und nicht nur 30“, schimpft er. Als das einmal klappte, hätten sie Bayreuth mit 100:69 abgefertigt.

Trotzdem offenbarten sich zuletzt auch klare Qualitätsmängel im Angriff. Das Team machte in den jüngsten drei knapp verlorenen Partien nur 63 Punkte im Schnitt, gab nur acht Vorlagen, traf nur 37 Prozent der Würfe. Ganz schwache Werte, die verwunderlich sind, weil die Mannschaft ja eine gute Verteidigung spielt. Doch die Basketball-Gleichung, wonach aus starker Defensivarbeit einfache Punkte resultieren, gilt für die Phantoms nicht.

„Wir laufen nicht genügend Schnellangriffe“, sagt Trainer Kostas Flevarakis und will im Training an einer Verbesserung arbeiten. Die Flügel seien nicht schnell genug vorne, weil sie beim Reboundkampf helfen müssen, beschreibt Braun, und die Spielmacher passten den Ball nicht schnell genug.

Was die Aufgabe nicht leichter macht: Die Konkurrenz hat sich schon verstärkt. Samstag-Gegner Tübingen tauschte den US-Spielmacher aus, Schlusslicht Gießen holte Jasmin Perkovic aus dem Oldenburger Meisterteam von 2009 und Hagen seinen ehemaligen Topwerfer Mark Dorris zurück.

„Wir müssen unser Problem der fehlenden Kreativität und Führungsstärke lösen“, sagt Braun. Über eine entsprechende Verstärkung denken die Phantoms weiterhin nach. Zu allem Überfluss hat sich Regisseur Miah Davis im Training den rechten Knöchel verdreht und muss zumindest bis heute pausieren.

•Phantoms Braunschweig – Tübingen, Samstag, 19.30 Uhr, VW-Halle

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