Kulawick ist die Nummer eins bei der Wurfausbeute

Braunschweig  Der Phantoms-Flügelspieler erzielte zuletzt 30 Punkte in 28 Minuten und will am Samstag mit Braunschweigs Basketballern Schlusslicht MBC schlagen.

Robert Kulawick ließ sich nach dem Heimsieg gegen Bayreuth feiern. Gegen den MBC will er an seine zuletzt starke Leistung anknüpfen.

Foto: Rieseberg

Robert Kulawick ließ sich nach dem Heimsieg gegen Bayreuth feiern. Gegen den MBC will er an seine zuletzt starke Leistung anknüpfen. Foto: Rieseberg

14 Punkte gegen Bayreuth, 16 in Oldenburg, und das jeweils in nur 14 Minuten Spielzeit – damit ist Robert Kulawick nicht nur bei Braunschweigs Basketballern, sondern in der gesamten Bundesliga für diesen Moment die Nummer eins in Sachen Wurfausbeute.

Gerne hatte er da nach seinem Hunderter-Treffer gegen Bayreuth der Mannschaft einen ausgegeben. Aber den Flügelspieler drückte nach jener mit 100:69 dominierten Partie auch schon eine Ahnung: „Lieber gewinne ich zehnmal mit einem Punkt als einmal mit zehn“, hatte er den hohen Sieg relativiert. Und prompt kam es so in Oldenburg: Statt eines Ein-Punkt-Sieges setzte es eine Ein-Punkt-Niederlage. Erneut stand der 26-Jährige beim letzten Wurf im Mittelpunkt. Aber diesmal traf er nicht.

Der tragische Held musste getröstet werden – was Nick Schneiders und Trainer Kostas Flevarakis noch auf dem Spielfeld in Angriff nahmen, was aber erst viel später fruchtete, als die Phantoms die Wunden geleckt und mit der Konzentration aufs heutige Heimspiel gegen den MBC begonnen hatten.

„Der Coach gibt mir extrem viel Selbstvertrauen“, erklärt Kulawick seine starken Auftritte. Gegen Bayreuth war es ihm noch verhältnismäßig leicht gefallen, vier Dreier zu versenken. In Oldenburg aber galt es, seine Ex-Trainer Sebastian Machowski und Philipp Köchling zu überraschen. Denn dass die ihren „Kulle“, wie der gebürtige Berliner nur genannt wird, außen hauteng bewachen lassen würden, war klar.

Aber Kulawick schoss noch ein bisschen schneller, traf zwei Dreier, wurde zwei weitere Male im Wurf gefoult, verwandelte seine sechs Freiwürfe. Und als Oldenburgs Verteidiger die Faxen dicke hatten und die Passwege zum Scharfschützen erbarmungslos dichtmachten, da setzte der Braunschweiger seine neue Waffe ein: Er zog zum Korb, bekam den Ball in den Lauf serviert und versenkte zwei Korbleger.

Ein Erfolg, der für ihn persönlich wohl mehr bedeutet als nur vier Punkte. Schließlich war er im Sommer 2011 aus Göttingen zu den Phantoms gekommen, um sein dreierlastiges Offensivspiel vielseitiger zu entwickeln. Bislang war das nicht geglückt, und das Oldenburg-Spiel könnte nun der Anfang gewesen sein. „Kostas hat mir gesagt, dass ich auch andere Aktionen finden muss, um zu punkten“, berichtet Kulawick. Und offensichtlich ließ der Trainer den Spieler mit dem Lösen dieser Aufgabe nicht allein. Die Spielzüge mit den Bilderbuchpässen von Erik Land und Harding Nana waren einstudiert.

Solch kleine Erfolge des Mannschaftsspiels sind es, aus denen die Braunschweiger derzeit ihr Selbstvertrauen ziehen, obwohl sie trotz vier starker Saisonleistungen erst zwei Siege auf dem Konto haben. „Wir stehen nicht so gut da wie wir könnten“, bedauert Kulawick. „Aber wir stecken den Kopf nicht in den Sand – ich bin immer noch zuversichtlich, dass wir etwas erreichen können.“

Gegen Weißenfels soll es nun so überzeugend weitergehen wie gegen Bayreuth, auch wenn die Phantoms den Tabellenletzten nicht unterschätzen. Schließlich hatte er sie im Test mit 20 Punkten besiegt und auch gegen die Spitzenteams München, Bamberg und Oldenburg bis in die Schlussphase mitgehalten. „Unsere Heimspiele müssen wir auf jeden Fall gewinnen“, betont Kulawick – und würde am liebsten wieder ein paar Dreier und Korbleger beisteuern.

•Phantoms Braunschweig – Weißenfels, Samstag, 19.30 Uhr, VW-Halle.

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