Starke Leistung, toller Kampf – aber leere Hände

Oldenburg  Triumph und schmerzhafte Niederlage lagen Sonntagabend in Oldenburg für Braunschweigs Basketballer nur acht Sekunden auseinander.

Hauptdarsteller der Schluss-Sekunden: Konrad Wysocki (links) erzielte den Siegkorb für Oldenburg, Kulawick verwarf danach einen Dreier.

Foto: Burmann

Hauptdarsteller der Schluss-Sekunden: Konrad Wysocki (links) erzielte den Siegkorb für Oldenburg, Kulawick verwarf danach einen Dreier. Foto: Burmann

In dieser Spanne warf Robert Kulawick die Phantoms 59:58 in Führung, vergab aber den dazugehörigen Freiwurf, so dass Konrad Wysocki im schnellen Gegenzug mit einfachem Korbleger den Gegner beim 59:60 wieder jubeln lassen konnte.

Noch vier Sekunden. Nach einer Auszeit spielten die Braunschweiger den Ball erneut zu Kulawick, ihrem Topwerfer des Tages. Doch der Flügelspieler versuchte überhastet einen Dreier aus der Drehung, statt nochmal den Korb zu attackieren. Der Schuss ging daneben, die nächste bittere Niederlage war besiegelt.

Wie gegen Ulm mussten die Phantoms sich nach einer überzeugenden, starken Leistung einem Spitzenteam mit einem Zähler beugen – reines Pech. Statt ihren Ex-Trainer Sebastian Machowski ärgern zu können, brachten sie ihm ein Hochzeitsgeschenk in Form der zwei Punkte. Der Coach hatte tags zuvor seine Braunschweiger Freundin Nathalie Pfaue geheiratet.

Fassungslos hockten die Phantoms noch lange auf dem Parkett der Oldenburger Halle. „Das ist so ärgerlich und so enttäuschend“, sagte der tragische Held des Abends Kulawick. „Wir haben uns so fantastisch rangekämpft, haben so viel Energie investiert, und dann verlieren wir wieder mit einem Punkt.“

Es dauerte eine Spielhälfte, ehe die Braunschweiger in dieser hochintensiven, packenden Defensivschlacht ein Erfolgsrezept im Angriff fanden. Vor der Halbzeit hatten sie angesichts einer unterirdischen Trefferquote von 28 Prozent nur 24 Punkte erzielt. Sie verdankten es ihrer wie schon beim Heimsieg gegen Bayreuth sehr starken Verteidigung, dass sie beim 24:31 trotzdem noch ganz gut im Rennen lagen.

Mit dem nach dem Seitentausch aufblühenden Casey Mitchell bliesen sie zur Aufholjagd. Beim 38:38 (27.) war der Rückstand egalisiert, und die Phantoms konnten noch einen draufsetzen. Während die Oldenburger mit dem herausragenden Adam Chubb unter dem Korb dominierten, setzten die Braunschweiger auf ihre stärkere Bank und ihre immer noch stärker werdende leidenschaftliche Teamverteidigung. Mehrfach schafften es die Baskets nicht, in den erlaubten 24 Sekunden Angriffszeit den Wurf loszuwerden.

Und so setzten sich die Phantoms mit vier deutschen Spielern (Schröder, Kulawick, Mittmann, Land) plus Thad McFadden gegen die Startformation der Baskets drei Minuten vor Schluss dank acht Kulawick-Punkten auf 54:49 ab. Oldenburg schlug jedoch, nach vorne geschrien von der Kulisse, mit Jenkins und Chubb zurück.

Pech hatten die Braunschweiger, als nach dem Dreier von Harding Nana zur 57:56-Führung die Schiedsrichter dem Kameruner in einer Verteidigungsaktion gegen Wysockis Dreier ein Foul pfiffen. Der Ex-Nationalspieler traf 17 Sekunden vor Schluss zwei der drei Freiwürfe zum 58:57 für die Gastgeber. Es folgte das bittere Ende für die Phantoms.

„Das war einfach schade, wir hätten den Sieg auch verdient gehabt“, resümierte Trainer Kostas Flevarakis. „In einem Spiel, in dem ein Freiwurf, ein Wurf, ein Pfiff, oder ein Rebound entscheidet, kann ich nur zufrieden sein mit meiner Mannschaft. Sie hat leidenschaftlich gekämpft und toll verteidigt.“ Auch Sportdirektor Oliver Braun tröstete: „Man sieht deutlich die Entwicklung der Mannschaft. Wir können mit breiter Brust weitermachen, unsere Siege werden kommen.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (7)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort