Phantoms sind auch gegen Bonn chancenlos

Braunschweig  Ihr zweites Heimspiel ließ die Braunschweiger Basketballer konsterniert zurück. Wie zuletzt in Hagen mussten sie sich deutlich geschlagen geben.

Mit Ausnahme der siegreichen Bonner hat dieser Auftritt alle Beteiligten ein bisschen fassungslos zurückgelassen. Der ominöse schwarze Tag, an dem nichts gelingt, den wähnten die Phantoms-Korbjäger schon am Mittwoch in Hagen hinter sich gebracht. Doch in eigener Halle kam es für Braunschweigs Basketballer noch schlimmer. Statt den ersten Heimsieg zu feiern, rannten sie am Samstag ihren Gästen beim 66:83 (24:38) teilweise hilflos hinterher.

„Wir waren nicht frisch genug, um Bonn Paroli zu bieten, wir waren in allen Belangen immer einen Schritt zu spät“, gestand Trainer Kostas Flevarakis ein. Im vierten Spiel innerhalb von elf Tagen machten seine Schützlinge zum zweiten Mal schlapp.“Wir waren die einzige Mannschaft der Liga, die so einen harten Spielplan mit zwei Auswärtsspielen in Folge hatte“, entschuldigte er sein Team.

So wie die Phantoms auftraten, müssen sie froh sein, wenn der erfahrene Coach recht hat. Wenn es also nur ein körperliche und mentale Schwächephase ist, in der die Spieler stecken, und nicht etwa eine grundsätzliche Überforderung in der Bundesliga. Dies ließ sich nämlich auch vermuten, angesichts der klaren Unterlegenheit der Braunschweiger in den meisten direkten Duellen mit den Bonnern. Mit drei Niederlagen aus vier Spielen sind sie nun erstmal in den Tabellenkeller gerutscht, und von den Play-offs braucht momentan niemand zu träumen.

Lediglich Immanuel McElroy präsentierte sich konstant stark. Der Routinier erzielte bei seiner besten Saisonleistung 14 Punkte mit 83 Prozent Trefferquote und war auch sonst Antreiber im Angriff und Vorbild in der Verteidigung für die Kollegen – und das auf den Positionen eins bis vier. McElroy brachte den Ball und dirigierte, aber der 1,94-Meter-Mann bildete auch mal mit dem nur ein paar Zentimeter größeren Harding Nana die „Centergarde“, weil die größeren Kollegen an diesem Tag kaum etwas zustande brachten.

Zwischenzeitlich hatte noch Dennis Schröder einen starken Auftritt. Der 19-Jährige führte sein Team aus der ersten misslichen Situation, dem 4:16-Rückstand, mit zielstrebigen Aktionen und sieben Punkten beim 15:16 (9.) wieder auf Tuchfühlung. In der zweiten Hälfte drehte auch Nana als unermüdlicher Reboundkämpfer und Offensivwühler kräftig auf.

Doch liefen die Phantoms da schon wieder einem 14-Punkte-Rückstand hinterher, den sie sich mit ihrem extrem schwachen zweiten Viertel eingefangen hatten. 18:36 stand es sogar in der 19. Minute, in dieser Phase hatten die Bonner um ihren wieselflinken Regisseur Jared Jordan Katz und Maus mit den Phantoms gespielt.

Flevarakis zog taktisch alle Register, um sein Team wieder heranzuführen. Doch ob Mann-, Zonen- oder Pressverteidigung, ob mit großen mittleren oder kleinen Aufstellungen – egal was die Phantoms probierten, es ging entweder schief, oder die Bonner fanden eine rasche Antwort darauf. Die Gäste waren mit sechs Dreipunktetreffern bei sechs Versuchen ins Spiel gestartet und hatten daraus mächtig Selbstvertrauen gezogen. Auf mehr als zwölf Punkte Differenz ließen sie die Gastgeber in Hälfte zwei nicht mehr herankommen, zogen im Schlussviertel auf 24 Punkte Vorsprung weg.

„Der Willen war da, aber wir konnten heute nicht“, resümierte Flevarakis. Er warb erneut darum, dass die Zuschauer ihm und der neuen Mannschaft noch Zeit geben. Sie sei konkurrenzfähig, brauche aber noch einige Wochen, um das angestrebte Level zu erreichen. Immerhin mal eine komplette Trainingswoche haben die Phantoms nun bis zur nächsten Heimaufgabe: Am Samstag kommt Spitzenreiter Bayreuth mit dem Ex-Braunschweiger Jason Cain.

Phantoms: Nana 15 Punkte (50%, 9 Rebounds), McElroy 14 (83%, 3 Ballgewinne), Schröder 10 (38%, 3 Vorlagen), Mitchell 9 (36%), McFadden 8, Davis 5 (20%, 4 Vorlagen), Schneiders 2, Land 2, Boateng 1, Mittmann (7 Rebounds), Kulawick.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (14)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort