„Hartes Training schweißt ein Team zusammen“

Braunschweig  Phantoms-Kapitän Nils Mittmann spricht im Interview über den neuen Trainer Kostas Flevarakis und seine neuen Mitspieler.

Nils Mittmann sieht nach den harten Trainingswochen ein bisschen erschöpft aus. Für die Basketball-Saison ist der Kapitän optimistisch.

Foto: Hübner

Nils Mittmann sieht nach den harten Trainingswochen ein bisschen erschöpft aus. Für die Basketball-Saison ist der Kapitän optimistisch. Foto: Hübner

Am Samstagnachmittag stellt sich das neue Phantoms-Team seinen Anhängern vor. Was sich bei Braunschweigs Basketballern unter der Regie des neuen griechischen Trainers Kostas Flevarakis verändert hat und was für Typen die neuen Spieler sind, verrät Kapitän Nils Mittmann im Gespräch mit Redakteurin Ute Berndt.

Herr Mittmann, hat die Mannschaft schon einen Sirtaki als Siegestänzchen einstudiert?

(lacht) Nein, das bewahren wir uns für eine spätere Phase der Saison auf. Jetzt wäre es ja auch ein bisschen vermessen...

Was ist der neue Trainer für ein Typ?

Er hat sehr klare Vorstellungen von dem, was er haben möchte, offensiv und defensiv. Und das versucht er zu vermitteln, wir sollen seine Philosophie aufsaugen, und das drückt sich auch in seinem Training aus.

Die Einheiten sollen länger und härter sein als bei seinem Vorgänger Sebastian Machowski.

Ja, sie dauern zweieinhalb Stunden und sind auf jeden Fall sehr anstrengend. Aber es verlangt eben auch sehr viel Zeit, wenn man eine Mannschaft neu in seine sportliche Philosophie einführen will.

Ist Kostas Flevarakis ein autoritärer Trainer?

Ich würde sagen: ja. Aber er ist nicht despotisch, nicht festgefahren oder unflexibel. Er hat nur eine sehr feste Überzeugung, wie man spielen muss, und das sollen wir eben möglichst gut umsetzen. Wichtig ist, dass ein Trainer authentisch ist, und das ist auf jeden Fall gegeben.

Gibt es auf dem Feld also mehr Vorgaben für die Spieler als in den vergangenen drei Jahren?

Schwer zu sagen, man hat natürlich auch Freiheiten, vor allem im Angriff. Und auf dem Feld kann sowieso nur der Spieler entscheiden. Aber unter dem Strich würde ich sagen: Ja, es gibt ein paar mehr Vorgaben.

Ist das für manchen Spieler vielleicht sogar einfacher?

Das kann gut sein, vor allem, weil wir ja im Vergleich zu den letzten Jahren eine jüngere und unerfahrenere Mannschaft haben.

Der Trainer soll besonders gut mit jungen Spielern umgehen können und sie fördern. Merkt man das schon?

Wir sind ja erst drei Wochen zusammen, und ich denke, Nachwuchsförderung kann man nicht kurzfristig anlegen. Momentan haben wir als Mannschaft und er als Trainer so viele andere Aufgaben. Das wird also die Zeit zeigen. Aber man hat beim Testspiel am Mittwoch jedenfalls schon gesehen, dass die Jungen bei uns gut eingebunden sind und auch gute Leistungen bringen. Kostas macht auch keine großen Unterschiede zwischen alt und jung.

Wie war es im Trainingslager? Ist die Mannschaft schon zusammengewachsen?

Es waren ja nur drei Tage. Da haben wir nicht so viel abseits der Halle gemacht wie in den letzten Jahren in Polen, sondern uns sehr auf Basketball konzentriert.

Kommen die Teambuilding-Aktionen später?

Teambuilding ist ein schönes Wort. Aber in meinen Augen ist das ein längerer Prozess. Erfolg oder Misserfolg in einer Saison hängen nicht davon ab, ob man vorher zusammen im Hochseilgarten war – auch wenn das eine schöne Abwechslung ist. Ich finde zum Beispiel, dass das harte Training eine Mannschaft auch zusammenschweißt. Wenn man gemeinsam etwas durchleidet und dann erschöpft in der Kabine sitzt und sich darüber austauscht – es sind eher Kleinigkeiten, die eine Mannschaft zusammenwachsen lassen.

Verraten Sie mal bitte, was die neuen Spieler so für Typen sind.

Alles sehr nette, gute Jungs jedenfalls. Casey (Mitchell) ist besonders extrovertiert und immer gut drauf. Bei Thad (McFadden) ist es ähnlich, unbekümmert und immer gut gelaunt. Die beiden haben ja beim Fangrillen auch schön gesungen. Sie sind wirklich überragende Sänger (lacht).

Bei Nana merkt man, dass er eine Menge Erfahrung hat und weiß, wo es lang geht. Und er ist ein unheimlicher Wettkampftyp. Erik (Land) ist ein bodenständiger, ruhiger Vertreter. Und auch Miah (Davis) ist ein besonnener, ruhiger Mensch. Man sieht, dass er auf dem Feld die Leaderrolle einnehmen kann.

Sie klingen zufrieden und optimistisch.

Ja, es sind coole Typen, mit denen man gerne zusammen Basketball spielen will. Da ist keiner, der auf dem Feld ein Riesen-Ego zelebrieren will. Ich glaube daran, dass man 12 oder eher 14 Leute braucht plus Trainer und Umfeld, die an einem Strang ziehen müssen, wenn man Erfolg haben will. Und ich denke, es könnte bei uns gut funktionieren.

•„Phantoms Day“ Samstag, 15 bis ca. 18 Uhr, Tunicahalle.

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