Starke Phantoms feiern den Play-off-Einzug

Braunschweig  Braunschweigs Korbjäger sind am Ziel. Mit dem souveränen Erfolg gegen Bonn machten sie den Einzug in die Play-offs perfekt.

Die Kulisse war so klein wie noch nie in dieser Saison, die Fußball-Champions-League forderte wohl ihren Tribut. Aber die nur 2619 Fans Mittwochabend in der VW-Halle sorgten für eine Stimmung als wären sie 5000. Und sie bekamen etwas zu feiern: Mit einer überzeugenden Leistung, spielerisch wie kämpferisch, offensiv wie defensiv, machten Braunschweigs Basketballer ihren dritten Einzug in die Play-off-Runde in Folge perfekt.

„Das war ein super Finale mit toller Stimmung“, schwärmte Phantoms-Trainer Sebastian Machowski nach dem 83:74 (35:35)-Triumph gegen Bonn. „Wir haben um jeden Ball gekämpft und phasenweise sehr guten Basketball gespielt.“

Dabei mussten die Braunschweiger erstmal einen Fehlstart verdauen. In den ersten fünf Minuten fehlte der Verteidigung die Aggressivität und dem Angriff die Gelassenheit. Mit vier Dreiern in Folge zogen die Gäste auf 4:16 weg. Doch die Einwechslung von LaMarr Greer für Igor Milosevic im Aufbau brachte die Wende. Nun kamen Konturen in die Offensive, die auch Kapitän Nils Mittmann ganz entscheidend belebte. Mit Dreiern von Greer und Mittmann starteten die Phantoms eine Aufholjagd und gingen durch Mittmanns nächsten Dreier nach einer 14:0-Serie mit 20:18 erstmals in Führung (13.).

„Anfangs waren wir ein Stück weit nervös“, analysierte Mittmann angesichts von fünf Ballverlusten im ersten Viertel. „Wichtig war dann, dass wir so schnell zurückgekommen sind, sonst hätten die Bonner zu viel Selbstvertrauen bekommen.“

So aber übernahm er mit seiner Mannschaft die Hoheit auf dem Feld. Und auch wenn es bis zur 24. Minute noch ganz eng blieb – die Braunschweiger waren die deutlich bessere Mannschaft.

Mit ihrer Verteidigung zerlegten die die Gästeoffensive in ihre Einzelteile. Und da konnten nur Spielmacher Jared Jordan und Scharfschütze Benes Veikalas überzeugen. Der Rest der Bonner war unter Kontrolle. Starcenter Chris Ensminger fiel vor allem durch seinen Ellenbogeneinsatz auf, mit dem er Branko Jorovic gleich nach 16 Sekunden Spielzeit eine blutige Nase zugefügt hatte.

Nach dem Seitentausch kamen die Braunschweiger dann auch offensiv richtig in Schwung. Spätestens als Igor Milosevic seine Form fand, hatten die Bonner dem Teambasketball und dem tiefen Kader der Phantoms nicht mehr genug entgegenzusetzen, um eine Siegchance zu bekommen.

Selbst die hohe Foulbelastung im Schlussviertel war kein Problem mehr für das Machowski-Team. Denn von der Bank kamen Impulse in Hülle und Fülle, auch von Nick Schneiders und Dennis Schröder. Die Phantoms schufteten im Positionskampf, lieferten aber auch glanzvolle Spielkunst.

Als sie sich 56:45 in Führung gekämpft hatten (26.), sprangen die Fans begeistert auf – und kamen bis zum Spielende kaum noch zum Sitzen. Bonn versuchte es mit noch mehr Aggressivität und einer Ganzfeld-Presse, doch Immanuel McElroy und Co. hielten dagegen. „Das war heute eine Intensität wie in den Play-offs“, kommentierte der Routinier. „Wir wussten, worauf es ankam, und jeder aus unserem Team hat heute großartig gespielt.“ Einige Nickligkeiten und Technische Fouls später war die „Schlacht“ beim 79:65 (37.) gewonnen.

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