Visser und McElroy führen Phantoms zum Pflichtsieg

Braunschweig  Braunschweigs Basketballer beherrschen aggressive Gießener beim 78:63 souverän. Mit dem zweiten Heimsieg in Folge sind sie wieder im Play-off-Rennen.

So entspannt wie am Freitag Abend hatte Igor Milosevic in seinen Braunschweiger Wochen noch nie ein Spiel analysiert. Der souveräne 78:63 (35:28)-Erfolg gegen Gießen war nicht nur der Pflichtsieg, den die Phantoms im Kampf um die Play-offs gebraucht hatten, sondern für den Serben auch persönlich ein Meilenstein.

Zum ersten Mal seit seiner Verpflichtung im Februar war der 25-Jährige nicht nur ein Lückenreißer und Punktesammler auf dem Feld, sondern in Hälfte zwei wirklich ein Spiel-Lenker.

„Ich bin immer noch in einem Lernprozess, meine Teamkollegen und die deutsche Liga kennenzulernen“, meinte er und fügte zufrieden an: „Aber heute konnte ich schon besser für die Mannschaft spielen, weil ich langsam die Stärken der anderen genauer einschätzen kann.“

Auch Trainer Sebastian Machowski lobte den Regisseur: „Igor hat uns heute viel gegeben, und besonders als die Gießener gedoppelt haben mit seiner Schnelligkeit sehr viel Druck kreiert.“

Es war eine geschlossene Teamleistung, mit der die Braunschweiger ihr Vorhaben umsetzen, diesmal über alle vier Viertel hochkonzentriert und hochintensiv zu spielen. Das spezielle Konzentrationstraining dieser Woche hatte gefruchtet.

„Wir haben heute gegen einen sehr aggressiven Gegner deutlich gewonnen“, sagte Machowski zufrieden. „Wenn wir allerdings mal nachgelassen haben, hatte Gießen gleich Chancen zu leichten Punkten.“ Vor allem bei Einwürfen stellten sich die Phantoms gegen die Pressverteidigung der Gäste nicht immer clever an und verloren mehrfach den Ball. Aber zu mehr als Mini-Aufholjagden reichte es für den Tabellen-15. nicht. „Mindestens 35 der 40 Minuten haben wir sehr gut gespielt“, analysierte Milosevic.

Die Braunschweiger lagen gegen die sehr giftig verteidigenden Hessen nur in den ersten beiden Vierteln kurzfristig mal mit zwei Punkten hinten. Ansonsten kontrollierten sie das Geschehen. Vor allem wenn die herausragenden Kyle Visser und Immanuel McElroy auf dem Feld waren, die beide hochprozentig trafen, dominierten die Phantoms klar.

„Heute habe ich von unseren Guards aber auch wirklich hervorragende Pässe bekommen“, lobte Visser das gute Teamspiel.

Mit ihrer insgesamt guten, engagierten Verteidigung und gelungenen Angriffen über den Center machten die Phantoms auch wett, dass sie von außen wie zuletzt in Ulm einen schlechten Tag erwischt hatten. Von 23 Dreier-Versuchen fanden nur 5 ihr Ziel.

Mit einem sehr guten Start aus der Halbzeit setzte sich das Team schnell auf 14 Punkte Vorsprung ab (43:29) und geriet nie mehr in Gefahr. Als die Gießener beim 59:52 (35.) Morgenluft witterten, weil ihre Zonenverteidigung die Phantoms kurzzeitig aus dem Rhythmus gebracht hatte, besorgten Visser und McElroy – mit seinem zweiten Schlüssel-Dreier der zweiten Hälfte – innerhalb einer Minute das 66:54. „Das war ein guter Sieg heute vor unserem Publikum“, bilanzierte Kyle Visser. „Aber es kommen noch viel schwerere Spiele, und die müssen wir auch eins nach dem anderen gewinnen“, erinnerte er daran, dass eine Siegesserie nötig ist, um die Play-offs zu erreichen.

„Wir können das Vorhaben optimistisch angehen“, blickte Milosevic als Doppelgewinner des Abends voraus und ließ sein gewachsenes Selbstvertrauen spielen: „Denn wir haben so viele gute Spieler – und ich lerne sie immer besser einzusetzen.“

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