Mehr Personal bedeutet mehr Einspielzeit

Unerschrocken zum Korb: Junior Dennis Schröder, hier gegen Bambergs Marcus Slaughter, verhilft den Phantoms zu neuer Tiefe.

Foto: Eibner 

Unerschrocken zum Korb: Junior Dennis Schröder, hier gegen Bambergs Marcus Slaughter, verhilft den Phantoms zu neuer Tiefe. Foto: Eibner 

Drei Niederlagen gegen die mutmaßlich stärksten Teams und zwei Siege – wo Braunschweigs Basketballer stehen, lässt sich überhaupt noch nicht einschätzen. Deutlich wurde: Sie haben in der neuen Besetzung noch keine Stabilität gefunden.Wenn der gegnerische Druck zu groß wird, zerfällt die Mannschaft wie gegen Berlin und in Bamberg in ihre Einzelteile. Dann wird es offensichtlich, dass ihr die Korsettstangen Marcus Goree und Brandon Thomas fehlen. Profis, die fast immer ein hohes Leistungsniveau abrufen konnten, dem Team somit Konstanz und Halt gaben, die die Phantoms aber ins zahlungskräftigere Ausland ziehen lassen mussten.

Stattdessen setzt Trainer Sebastian Machowski auf eine größere Tiefe im Kader. In Robert Kulawick steht ein Profi mehr in der Rotation, Nils Mittmann und Nick Schneiders bekommen mehr Spielzeit, auch die Jung-Nationalspieler Daniel Theis und Dennis Schröder mischen mit.

"Die besondere Tiefe entsteht dadurch, dass unsere Jugendspieler diese Saison das Potenzial haben, uns effektiv etwas zu geben, dass sie gut trainieren und um ihre Chancen kämpfen", lobt Machowski.

Zuletzt in Bamberg gönnte er beiden zehn Minuten Einsatzeit, Theis durfte in allen fünf Partien mitmischen. Statt der üblichen acht, neun Spieler pro Partie wurden seit der Genesung von Branko Jorovic jeweils zwölf Akteure eingesetzt.

Zwar haben nicht alle Phantoms immer gute Leistungen geboten. Aber alle können etwas, und das Team ist so formiert, dass sie jeweils andere Stärken einbringen sollen. Man ahnt: Das könnte eine starke Bundesliga-Mannschaft werden, die das Fehlen der eins zu eins nicht ersetzbaren Korsettstangen kompensiert, indem sie deren Stärken auf mehr Schultern verteilt.

Aber bis es so weit ist, dass das Ganze besser ist als die Summe der jeweiligen fünf Einzelspieler auf dem Feld, wird es wohl noch eine Weile dauern. Da ist mancher Konkurrent weiter, wie Tabellenführer Bonn, der mit einer nagelneuen Mannschaft schon erstaunlich harmonisch und abgebrüht agiert.

Verständlich, dass sich der Einspielprozess komplizierter gestaltet, je mehr Leistungsträger eingebunden werden. Machowski will seine jüngste Wechseltaktik deswegen nur als Momentaufnahme verstanden wissen. "Zwölf Leute einzusetzen ist grundsätzlich schwierig und wird auch nicht die Regel sein", betont der Coach, zumal er auch eine interne Team-Hierarchie etablieren, Führungsspieler finden muss. "Wir müssen in einen Rhythmus kommen – es werden die spielen, die uns helfen zu gewinnen."

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort