Michael Umeh – das letzte Puzzlestück der Phantoms

Herein spaziert zu den Phantoms: Michael Umeh ist gestern Nachmittag aus Spanien in Braunschweig eingetroffen.

Foto: Susanne Hübner 

Herein spaziert zu den Phantoms: Michael Umeh ist gestern Nachmittag aus Spanien in Braunschweig eingetroffen. Foto: Susanne Hübner 

Von Ute Berndt

Kreativ für sich und die Kollegen, athletisch, verteidigungsstark und fit sollte er sein, der Profi, den die Phantoms- Korbjäger für ihre freie Ausländerposition gesucht hatten. In Michael Umeh glauben sie, das richtige Puzzlestück gefunden zu haben.

Gestern Nachmittag ist der 27 Jahre alte gebürtige Texaner zusammen mit seiner Freundin Chinelo aus Spanien gen Braunschweig eingeflogen. Deutschland kennt er schon aus zwei Saisons in Gießen. "Aber ich muss meine Erinnerungen erstmal auffrischen", sagt er.

Entspannt sitzt Michel Umeh in der Lobby des HEH-Klinikums, wo er bei Mannschaftsarzt Dr. Gunter Wilhelm gerade den ersten Teil seines Medizinchecks hinter sich gebracht hat. Mit Sportdirektor Oliver Braun hat er schon gesprochen, ein paar Minuten beim Training der neuen Kollegen reingeschnuppert, nun der Medientermin. "Und morgen geht es mit Auto, Wohnung, erstem Training und den nächsten Arztterminen vollgepackt weiter", sagt er erwartungsfroh.

Eigentlich hatte der Mann für die Position zwei all das diese Saison schon einmal hinter sich gebracht – in Valladolid in der ersten spanischen Liga ACB. Zuvor hatte er mit den spanischen Zweitligisten Murcia und Menorca jeweils den Aufstieg ins Oberhaus geschafft und dabei nach dem Gießener Abstiegskampf das Spiel mit mehr Köpfchen und vor allem das Siegen gelernt, wie er betont. Doch in der ACB angekommen, lief nicht gut für ihn. Er bekam kaum Spielzeit und einigte sich mit Valladolid auf eine Vertragsauflösung. "Ich will wieder ich selbst sein, Basketball spielen und Spaß haben", begründet er seinen Wechsel nach Braunschweig. Freunde aus Gießener Zeiten, die Ex-Braunschweiger Heiko Schaffartzik und Jannik Freese, hätten nur Positives über die Phantoms berichtet und ihm zu dem Wechsel geraten, erzählt er.

Auch Phantoms-Trainer Sebastian Machowski hat sich bei Schaffartzik schlau gemacht über Spielweise und Persönlichkeit Umehs, und offensichtliche überzeugende Hinweise bekommen. "Michael kann scoren aber auch uneigennützig spielen, gute Entscheidungen treffen und stark verteidigen", lobt der Trainer. "Und er hat Sonntag noch gegen Sevilla gespielt, ist also topfit."

Dass es ein Rückschritt in seiner Karriere sein könnte, von der ACB, der stärksten Liga Europas, in die Bundesliga zu wechseln, glaubt der 1,88 Meter große Profi nicht. "Die BBL soll viel athletischer geworden sein, und für mich ist es doch ein Fortschritt, wenn ich wieder länger auf dem Feld sein kann."

Dass er in Sachen Einsatzzeit zu fordernd sein könnte, in einer harmonischen Mannschaft, die zuletzt auch ohne ihn beziehungsweise Vorgänger Nick Williams erfolgreich gespielt hat, fürchtet er nicht. "Ich beanspruche ja keine 35 Minuten pro Partie", betont Umeh. "Ich bin es aus Spanien gewohnt, dass alle Positionen doppelt stark besetzt sind und dass man sich die Spielzeit im Team gleichmäßig aufteilt."

Eine wichtige Rolle spielen und Selbstvertrauen zurückgewinnen will er aber natürlich schon. Denn der Sohn nigerianischer Eltern hat noch große Pläne für den nächsten Sommer: Mit dem Nationalteam Nigerias, mit dem er dieses Jahr Bronze bei der Afrika-Meisterschaft gewonnen hatte, will er sich beim Qualifikationsturnier ein Olympia-Ticket für London erkämpfen.

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