Traum-Kombinationen und entscheidende Rebounds

Immanuel McElroy holt einen entscheidenden Rebound in den Schlusssekunden.

Foto: Jörn Wolter 

Immanuel McElroy holt einen entscheidenden Rebound in den Schlusssekunden. Foto: Jörn Wolter 

BONN. "Wir haben ja eine richtige Auswärtsmannschaft", jubelte Eberhard Mehlhorn, einer jener Fans, die jede Tour der Braunschweiger Basketballer begleiten. Zu seiner Freude durfte der Fotograf des Fanklubs "Supporters" gestern schon den vierten Erfolg seiner Phantoms im siebten Spiel in fremder Halle ablichten.

Denn die Braunschweiger machten vom Sprungball an entschlossen ernst mit ihrem Vorhaben, den Heimsieg gegen Bremerhaven zu einer Erfolgsserie auszubauen. "Das war ein großer Sieg für uns! Auswärts sind wir richtig aggressiv und spielen gut zusammen", analysierte Immanuel McElroy den 80:76 (38:31)-Triumph beim zuvor punktgleichen Play-off-Rivalen.

Einmal mehr war der Routinier an den Schlüsselaktionen beteiligt. Zweimal sprang Flügelspieler McElroy in der packenden Endphase mitten im Gerangel der Center gefühlt über Ringniveau und fischte sich den Defensivrebound. Eine Minute vor Schluss war er auf die gleiche Weise auch noch vorne erfolgreich und brachte sein Team im zweiten Versuch 79:74 in Führung.

Die Bonner verkürzten in der nun leidenschaftlichen Verteidigungsschlacht beider Seiten mit ihrem einzigen Treffer in den letzten 3:30 Minuten schnell auf 79:76. Aber im Gegenzug packte sich Kyle Visser den nächsten Offensivrebound und sicherte den wichtigsten Ballbesitz für die Phantoms, mit dem Rich Melzer zehn Sekunden vor Schluss per Freiwurf den Endstand besorgte.

Auch wenn Bonns langes Duo Chris Ensminger und Tony Gaffney am Ende 38 Punkte erzielt hatte – die entscheidenden Korbaktionen gelangen den Braunschweigern.

Aber die Schützlinge von Sebastian Machowski hatten gestern auf allen Positionen etwas zu bieten. In der ersten Hälfte ließen sie die Bonner zeitweise mit schwindelerregenden Traumkombinationen wie Sparringspartner aussehen. Alle Spieler waren involviert, alle arbeiteten vorne für den Extrapass und hinten für das Vorhaben, Bonns pfeilschnellen Regisseur Jared Jordan nicht wie gewohnt Strippen ziehen zu lassen.

Der Plan ging auf. Stephen Dennis hielt sein Gegenüber mit Hilfe der Kollegen auf zwei Punkten und einer Vorlage bis zur Halbzeit. Mit einer 12:0-Serie setzten sich die Phantoms auf 31:21 (17.) und später noch auf 38:27 (19.) ab.

Die Heimmannschaft hatte in Hälfte eins nur drei Fouls angekreidet bekommen, die Braunschweiger durften nicht ein einziges Mal an die Freiwurflinie. Klar, dass Bonn da nach dem Seitentausch energischer zu Werke ging. Mit Erfolg. Jordan geriet kurzfristig außer Kontrolle – bis sich McElroy seiner annahm – und führte sein Team erstmals 55:53 (27.) in Front.

"Wir haben zwar die Führung verloren, aber wir haben den Faden wiedergefunden und verdient gewonnen", freute sich Machowski, dass sein Team nach einer kurzen Phase des Lamentierens konzentriert und mit Köpfchen weitermachte. Mitte des Schlussviertels warf Melzer wieder einen Vierpunktevorsprung heraus. Dann ließen sich die Phantoms den Triumph nicht mehr nehmen.

"Damit haben wir uns die Chance erarbeitet, noch in die Pokalrunde zu kommen", freute sich der Trainer. "Die Mannschaft versteht immer besser, wie sie ihre Stärken einsetzen kann und hat heute sehr gut gespielt." Zur Belohnung gab es statt der üblichen Mitnehmpizza ein gepflegtes Abendessen in Bonn.

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